hatte seine Autorität durch die Unterschrift unter das erste Manifesteeingebüßt. Jetzt rächte es sich, daß die Departements zum großenTeil Männer gewählt hatten, die nicht im Lande bleiben wolltenoder gar nicht darin wohnten, nach meinen Zusammenstellungendie Mehrheit. Ihnen lag es nahe, nur an Frankreich zu denken;mitleidig lächelnd nahmen Köchlin und Grosjean in den vondiesem entworfenen Wortlaut wenigstens einen Zusatz auf, derdie „Amonomisten" deckte. „Die Rückforderung unserer Rechtebleibt auf ewig offen," hieß es; auf Wunsch Hartmanns wurdehinzugefügt: „Für alle und jeden, in der Form und in demMaße, die sie mit ihrem Gewissen vereinbaren können." Daswar ein Hinterpförtchen für die, die innerlich Gambetta ver-urteilten und doch eine einige Erklärung aller nicht verhindernwollten. Zu ihnen gehörte der sterbende Küß, der erbittertüber die in Bordeaux gewonnenen Eindrücke sagte: „Wir sindbesser als diese Nation; Frankreich wäre nicht würdig, dasElsaß zu behalten." Der Verzweiflungsruf eines Sterbenden!Sein letzter Brief enthielt die Worte: „Frankreich ist für uns ver-loren, denken wir daran, das Elsaß zu retten!"
Am l. März lag der Bericht der Kommission über den Friedens-vertrag vor, jetzt hieß es ihn annehmen oder ablehnen. Es ist billig,nach einem Kriege gegen den Frieden zu toben, wenn man weiß,daß die Mehrheit ihn annehmen wird. Für den Frieden sprachenBüffet und der alte, ehrenfeste General Changarnier. „Hüten wiruns," sagte er, „vor einem dramatischen Patriotismus und vorder Sucht nach einer falschen Popularität." Endlich kam die Ab-stimmung: 546 Stimmen waren für die Ratifikation der Prälimi-narien, 107 — darunter alle Elsaß-Lothringer — dagegen. Dievöllig frei gewählte Kammer hatte gesprochen, sie vertrat auchzweifellos die Ansicht- der starken Mehrheit des Volkes. Dannerhob sich Grosjean: „Wir erklären nochmals null und nichtig denVertrag, der über uns ohne unsere Zustimmung verfügt." Dannkommt der oben erwähnte einschränkende Satz, weiter heißt es:„Wir werden Sie mit unsern Wünschen begleiten und wir werdenmit vollem Vertrauen auf die Zukunft warten, daß das verjüngteFrankreich den Lauf seiner großen Bestimmung wieder aufnehme.Ihre Brüder von Elsaß-Lothringen, die jetzt von der gemeinsamenFamilie getrennt werden, werden dem heimatlichen Herde Frank-reichs eine kindliche Anhänglichkeit bewahren bis zu dem Tage,
Schulte, Frankreich und das linle Rüeinufei 21 32 l
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