Französische — und zwar nicht mehr als Fremdsprache unter-richtet — drang jetzt in jede Schule ein.
Der Schulkampf, wo anfangs die Bevölkerung sich durchausablehnend gegen das Französische verhalten hatte, nahm unterNapoleon III. eine steigend schärfere Art an, wiewohl der Kaiserselbst, der ja von seiner Jugend her das Teutsche fließend sprach,1866 öffentlich sagte, man könne ein guter Franzose sein, ohne dasTeutsche aufzugeben. Die Motive dieser Worte stehen nicht fest.Jedenfalls haben die lokalen Behörden durchaus die volle Franz ö-sierung des Unterrichtes erstrebt, wie das der Bericht des Straß'burger Akademiedirektors von 1859 ergibt. Delcasso, der Pariser,kämpfte für die Unterdrückung des deutschen Unterrichtes in denVolksschulen sein ganzes Leben lang.!
Am schärfsten war der Widerstand auf der Seite der Geistlich-keit, sehr begreiflich; sie wird überall die Muttersprache, die Sprachedes Herzens für den Religionsunterricht der Kinder und am aller-meisten auf den Unterstufen fordern. Seit 1854 die Lehrer von demPräfetten abhängig gemacht wurden, der sie anstellte, war vonihnen nicht mehr viel zu besorgen. Ter heftig tobende Kampf dernächsten Jahre wurde vorwiegend von der Geistlichkeit geführt.
In Lothringen erreichte 1858 die Negierung mit den beidenBischöfen ein Abkommen, die Schulsprache war fortan für diedeutschen Kinder vom sechsten bis zum achten Lebensjahre fran-zösisch, dann doppelsprachig; für diese gewaltige Konzession bliebder Religionsunterricht, deutsch. Neue Erbitterung erweckte imUnterelsaß die Verfügung, daß der deutsche Unterricht auf 35 Mi-nuten täglich eingeschränkt werden solle, längst war die deutscheSchulstunde auf die schlechteste Zeit, unmittelbar nach dem Mittag-essen, verlegt worden, während die französische die beste hatte, dienach dem morgendlichen Schulbeginne, und die letzte des Schul-tages, so daß der Unterricht Französisch als sein Alpha und Omegahatte. Neue Erbitterung. 1859 wurde im Oberelsaß befohlen,den deutschen Unterricht in französischer Sprache zu erteilen. Terzweisprachige Unterricht wurde in Lothringen möglichst beseitigt,dagegen protestierte der Metzer Generalvikar auf Grund des Ab-kommens von 1858, der Metzer Akademieinspektor antwortete:„Zwei Sprachen können die Kinder unmöglich lernen; das Fran-
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