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Frankreich und das linke Rheinufer
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gessen, aber es lebte das Prinzip der Gleichheit in fast allen Seelenund es wirkte der Nuhm Frankreichs und die Zugehörigkeit zu einemgroßen Staatswesen. Was konnte Deutschland bieten? Nichtden Anschluß an einen Großstaat, da sich Österreich versagte undPreußen nicht in Frage kam, höchstens den Anschluß an Badenoder Württemberg oder Bayern, an einen Nheinbundstaat, an einender alten Vasallen Napoleons, oder die Teilung unter mehrereHerren. Wenn man in Frankreich die Prinzipien der Freiheitgesichert glaubte, so fürchtete man in den deutschen Staaten dieoffensichtlich sich erhaltende Macht des Adels, die Nestaurationdes Alten, die ja die Charte der Vourbonen selbst bei diesen Trägernder Krone verhinderte. Dazu kam das gekränkte Gefühl, alsdeutsche Truppen ins Land kamen, während die eigenen Söhnefür Frankreich kämpften. Wie es so üblich ist zwischen Nach-barstämmen, richtete sich diese Abneigung vor allem gegen dieVadener.

In Deutschland waren viele über diese unerwartete Haltungder Elsässer verwundert. Begreiflich. Aber tiefer Sehende, wieGörres, Arndt und Jakob Grimm, rieten zur Vorsicht und ent-schuldigten die Elsässer.

Alle Nechtstitel, welche bis dahin Frankreich erworben hatte,waren schlecht; diese Haltung von 1814 und 1815 ist der erste, dersich hören läßt. Aber auch sie ist kein zureichender Grund. Gewiß,die Leute hatten sich der französischen Staatsnation ergeben aufder Grundlage des Vorbehaltes ihrer eigenen Kultur. Diese Voraus-setzung mußte gehalten werden, aber ward es nicht. VerständigereFranzosen haben auf andere Nechtstitel verzichtet. Schon imJahre 1870 haben Fustel de Coulanges^ und Nenan auf diesefreiwillige Ergebung der deutschen Bewohner Elsaß-Lothringensan die französische Nation ihren Protest begründet, und in derjetzigen Krisis betont es, ohne dabei die anderen französischenGründe" aufzugeben, zum Beispiel Joseph Neinach, der in derfreien Hingabe der Elsässer und Lothringer, die er in viel frühereZeiten setzt, das entscheidende Necht erkennt.' Das ist die Lehrevon dem Necht jedes Menschen auf freie Wahl der Nation, welcherer sich anschließen will. Sie beruht auf einer streng individualistischen

1 I/HI52« L5t eile H,I!emanäe ou I^n^ize. ?2li5, ventu 1879, S. 19.,1.» p2tri«, c'est ce yu on aime."

2 I/^Isace-I^on-zine clevant I Kiztoire, 1916.

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