Druckschrift 
Frankreich und das linke Rheinufer
Seite
293
Einzelbild herunterladen
 

Ausschließung der allgemeinen Vergbaufreiheit, vorbehalten undauch seit der Mitte des 18. Jahrhunderts tatsächlich deren Ge»winnung in eigene Sand genommen, wobei schon vor 1780 als erstein Deutschland eine Bergwerks dampfmaschine in Verwendungkam. 1767 fand auch schon ein regelmäßiger Eisenhochofenbetriebstatt, als erster auf dem Kontinente. Der französischen Negierungwar also ein fetter Bissen durch die Nevolutionskriege zugefallen.Die französische Verwaltung hat sich der neuen Aufgabe mit Eiferunterzogen, sie errichtete in Geislauteren eine Berg» und Hütten»schule, schuf eine übrigens in deutscher Sprache abgefaßte Knapp-schaftsordnung, und es galten nun die französischen Berggesetze.Eine Zeitlang war der Betrieb verpachtet, 1808 wurden die Berg»werke in Regie genommen; aber es wurde dann bei der Regie»rung alles für den Verkauf der Grubenfelder vorbereitet. Derrussische Krieg machte dem Plane ein Ende. Der Vertrieb dersteigenden Produktion dehnte sich vor allem nach Lothringen aus,wofür ja Wasserstraßen zur Verfügung standen, doch war das nurdie Verstärkung älterer Ausfuhr.

Erst der zweite Pariser Friede brachte diese Gebiete an Preußen,Koburg und Bayern, so daß bei Frankreich kein in Betrieb befind»liches Bergwerk verblieb. Diese Abtretung war von den eifrigenBemühungen der Landesbewohner begleitet, vor allem hatteHeinrich Vöcking (geboren zu Trarbach) allen seinen Eifer darangesetzt, um die Rückgabe der Gebiete an Teutschland zu erreichen.Dieser ausgezeichnete Mann überreichte dem Staatskanzler FürstenHardenberg eine vortreffliche Denkschrift und trat vor die drei inParis vereinigten Monarchen. Dieses Beispiel zeigt, wie geistes»starke Rheinländer über die Zugehörigkeit ihrer Heimat zu Frank»reich dachten. Die Ausfuhr der Kohle nach französischen Gebieten^stieg in der preußischen Zeit beständig, erst nach 1850 gelang es, inLothringen durch das Deckgebirge Schächte zu treiben und Kohlezu fördern.

Wir werden es nach diesem Überblicke begreiflich finden, daßdie Elsässer und die Lothringer nicht, wie es einer von ihnen in einerfür Erzherzog Karl werbenden Denkschrift behauptete, an eineAbtrennung von Frankreich dachten.^ Das mögen einzelne getanhaben, nicht die Masse. All das Leid der Revolutionszeit war ver»

Aber die politische Stimmung im Elsaß vgl. Vrendel a. a. O.

293