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Frankreich und das linke Rheinufer
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Im Geistesleben treten die mehr oder weniger geschmacklosenOvationen gegenüber dem Kaiser stark hervor, er war ja einePersönlichkeit, deren Zauber noch lange nicht nur bei seinen altern-den Kriegern weiterlebte. Aber es zeigen sich doch auch starkeWiderstände. Als die sinnlose Zerstörung und Verstreuung derrheinischen Kunstwerke und Handschriften begann, da sammelteGörres diese, eine Reihe von Bürgern jene, und daraus erwuchsihnen allen wieder die Liebe zu der einstigen Mutter, und die neu-heraufziehende Richtung der Literatur, die Nomantik, brachtezwar auch Chateaubriand zu Einfluß, doch ungleich stärker diedeutschen Romantiker. Görres, die einzige rheinische Persönlich-keit von literarisch großer Bedeutung, wurde auf diesem Wege demDeutschtums zugeführt. Da erstand wieder das Bild der großenZeiten der Vergangenheit, während die Franzosen aus dem KölnerTome ein Magazin gemacht hatten und erwogen ihn auf Ab-bruch zu verkaufen!

In der öffentlichen Meinung überwiegt die Anerkennung dergünstigen Folgen der französischen Herrschaft. Hashagen sagt:Die Rheinländer wissen und erkennen dankbar an, daß die Fran-zosen ihnen neue politische Werte gebracht haben: das Leben ineinem Weltstaate, die gewaltige politische Horizonterweiterung, diedadurch bedingt ist, das Staatsbewußtsein als Frucht des fran-zösischen Verwaltungsrechtes, eine Art von Anteil auch am Lebendes Gesamtstaates durch eine nie völlig abgeschaffte Volksvertretung,als Krone von allem die Idee des allgemeinen Staatsbürgertumsund trotzdem doch auch die Förderung eines gewissen rheinischenGemeinbewußtseins; denn die vier rheinischen Departements werdenin einer Art von Sonderstellung gegenüber den neuen belgischen undinnerfranzösischen fast stets geachtet/" Schließlich aber erdrücktedie Zensur fast alle nicht von den Behörden kommende Tages-literatur, damals noch ein starkes Mittel.

Dieser Geistesrichtung gegenüber fehlt es nicht an Spurendes Widerstandes, selbst auf direkt politischem Gebiete.Aber dieMächte, die vornehmlich die öffentliche Meinung beherrschen, überdas Franzosentum und das Weltbürgertum in napoleonischer Formhinweg erheben sich schließlich sogar die ersten Anfänge einer national-deutschen Bewegung. Auch in diesem Zusammenhang arbeiten die

! Hashagen bei Hansen a. a. O. S. 54.

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