schulen, namentlich unter geistlicher Leitung, halten konnten. DasZiel aller Schulen war nicht die freie Entwicklung der Kräfte desSchülers, sondern die Aufprägung einer bestimmten Form, nichtIdealismus herrschte in ihnen, sondern der Militarismus, und ge°spart wurde überall. Diesem System hat niemand eine Tränenachgeweint.
Auf dem kirchlichen Gebiete hielt Napoleon an dem von derRevolution verkündeten, aber nicht durchgeführten Prinzipe derKultusfreiheit fest, das verschaffte ihm die Sympathien der Judenund eines großen Teiles der Protestanten. Für die Katholikenwar er der Befreier aus einer schweren Leidenszeit, er brachteia das Konkordat (1801) zuwege, und wenn manche auch an den„Organischen Artikeln" (1802) und an der Verpflichtung auf die„Gallikanische Deklaration" Anstoß nahmen, so setzte er sie dochdurch. Napoleon sah in der Kirche eine geistliche Gendarmerie,und die Bischöfe der den Departements entsprechenden Bistümervon Mainz, Aachen (für zwei Departements) und Trier, die demErzbischof von Mecheln unterstanden, wurden von ihm aus derNeihe der Franzosen ernannt, der letzte Aachener Bischof, LeCamus, gegen den Willen des Papstes eingesetzt. Ihre Hirten-briefe verherrlichten den Kaiser und forderten getreuen Gehorsamgegen alle unbeliebten Verfügungen.
Diesen detachierten Kofbischöfen mußten die Pfarrer folgen,es gab nach dem Konkordate nur wenige nichtabsetzbare Pfarrer,„eure«", die meisten waren absetzbare,.äeL36lvanr,3" (im BistumAachen 753). Schlug damals dieses System zugunsten des Staatesaus, so,erwuchs daraus später eine sehr starke Gewalt der Bischöfeüber ihren Klerus. Die Säkularisation wurde durchgeführt, aberder Kirche und ihren Anstalten doch das notwendigste, die Mög-lichkeit des Bestehens, gewährt. Die geringen Bezüge der Klerikerhielten die fern, die nichts anderes in der Kirche erstrebt hatten alseine fette Pfründe. Die spätere Entwicklung der Beziehungendes Kaisers zum Papste (1809 Gefangensetzung, 1811 National-tonzil) führte eine Ernüchterung herbei. Man sah, daß man einerapprobierten Kofkirche angehöre, und im Mainzer Bischöfe Colmarregte sich der Geist der Unabhängigkeit. Auch in das innere religiöseLeben griff die Polizei vielfach ein.
Die protestanüscheKirchenorganisationwarweit mehrvom staat-lichen Einflüsse frei. Auch die Juden hatten Grund zufrieden zu sein.
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