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In der Verkehrspolitik wurden die alten Zölle durch ein ein-heitliches Oktroi zugunsten des Strombaus ersetzt, das war immer-hin eine Befreiung. Belassen aber wurden die Stapelgerechtig-leiten von Mainz und Köln. Der Bau von Kanälen wurde erörtert,aber nicht durchgeführt.
Für den Handel kamen schwere Zeiten; denn Napoleon führtenicht allein einen Wirtschaftskrieg gegen England, sondern er be-günstigte auch durchaus den Körper seines Staates gegenüber denAlliierten, die außerordentlich litten, namentlich das am Fern-Handel seit langem sehr rege beteiligte bergische Land. Dies führtezu einem starken Aufblühen der linksrheinischen Industrie (Textil-und Metallindustrie), zu einer so schweren Krisis der bergischen,daß schließlich die Nemscheider Fabrikanten 1811 darum baten,daß das ja einem Napoleoniden gehörige Großherzogtum Bergmit Frankreich „reuniert" werde, und daß, als das abgelehnt wurde,einige Fabrikanten auf das linke Nheinufer übersiedelten, der Notgehorchend, nicht dem eignen Triebet Daß im Vergischen denFranzosen der Fluch des Volkes folgte, ist so begreiflich.
Im Schulwesen hat die französische Politik Schiffbruch ge»litten. Niemals ist die Schulverwaltung wieder so brutal zentrali«siert worden, als Napoleon es getan hat, niemals gab es wiederein so unduldsames Staatsmonopol. Die Mittelschulen (mit zweiLyzeen, in Mainz und in Bonn, sollten die vier Departements aus-kommen) waren Tressuranstalten, Internate durchaus militärischenGepräges. Die uniformierten Schüler treiben militärische Spiele,militärisch sind die Strafen und die Belohnungen, der Unterrichtsoll vorwiegend Fachkenntnisse beibringen, der fertige Schüler wirdvon oben her für eine Laufbahn bestimmt. Daneben duldete Napoleonfür den Klerus kleine und große Seminarien. Die alten rheinischenUniversitäten (fünf auf dem linken Nheinufer) mit ihrer universalenVertretung von Unterricht und Pflege der Wissenschaft starben anAuszehrung, der Kaiser liebte Fachschulen: in Koblenz entstandeine Nechtsschule, in Mainz eine Medizinschule, Straßburg erhieltwenigstens eine Häufung von Spezialschulen, aber ihrem Verbändeblieb die Selbstverwaltung versagt. Das Volksschulwesen wurdeden Gemeinden zugewiesen, eine Schulpflicht gab es nicht, derSchulunterricht stand auf tiefer Stufe, so daß sich viele Privat-
, i Kashagen a. a. O. S. 38.
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