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Friedens vom 20. November 1815 bekannt wurden, der im all-gemeinen die Grenzen von 1790 wiederherstellte und dazu Saar-louis an Preußen, Landau und das Gebiet nördlich der Lauterzur Äbergabe an Bayern an Österreich überwies, Philivpevilleund Marienbourg an die Niederlande gab, war das deutsche Volktief enttäuscht. Wäre die öffentliche Meinung damals besser or-ganisiert gewesen, so wäre das noch stärker zum Ausdruck gekommen,aber damals gab es noch keine Leitartikel, noch keine großen Tages-zeitungen, noch keine Volksversammlungen und auch keine politi-schen Vereine.
Der Druck Napoleons hatte aber doch endlich ein nationalesGefühl geweckt, das in den Befreiungskriegen eine der wirksamstenKräfte geworden war. Die deutsche Kleinstaaterei, die Zugehörig-keit jedes einzelnen zu einem doppelten Vaterlande, dem großendeutschen und zu seinem engeren Staate, bedingten, daß das nationaleGefühl durch innere Hemmungen beeinträchtigt wurde. Der Ge-danke an die Interessen der engeren Heimat lahmte die Kraft desallgemein vaterländischen. Wer zuerst deutsch dachte, wer überdie Vedmgungen der Zukunft nachgrübelte, mußte sein Augenmerkdem kräftigsten, dem am besten militärisch ausgebildeten Teilstaate,Preußen, zuwenden. So sind die beiden hervorragendsten Publi-zisten jener Tage, Ernst Moritz Arndt und Joseph Görres, beideNichtPreußen, wie das ja auch der Freiherr vom Stein und Karden-berg, Vlücher und Gneisenau waren, dazu geführt worden, aufdiesen Staat ihre Hoffnung zu bauen. Einer der größten Irrtümerfranzösischer Historiker ist es, zu übersehen, daß nicht die altpreußi-schen Kreise so sehr nach dem Westen drängten, als vielmehr die-jenigen, welche man als Wahlpreußen bezeichnen muß.
Vei ihnen war auch der nationale Gedanke am stärksten ver-treten, bei ihnen entstand das Lied mit der Frage: „Was ist desTeutschen Vaterland?" und die Antwort: „Soweit die deutscheZunge klingt und Gott im Himmel Lieder singt." Vei ihnen findetsich auch die erste öffentliche Forderung, daß nicht der Nhein dieGrenze Teutschlands bleiben dürfe, daß vielmehr' Elsaß und Loth-^ ringen der alten Mutter zurückgegeben werden müssen. Die Schriftvon Ernst Moritz Arndt: „Der Nhein, Teutschlands Strom, nichtTeutschlands Grenze", gehört zu den wenigen politischen Schriften,die schon durch den Titel wirkten.^ Man kann an ihr heute sehr viel
Erschienen etwa Mitte November 1813.
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