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Frankreich und das linke Rheinufer
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Der Kaiser war niedergerungen, er hatte verzichtet, die Herrscherwaren siegreich in Paris eingezogen. Sie hatten sich in den vielenKonferenzen über eine Grenze nicht geeinigt; wohl war es allenklar, daß der nördliche Teil des linken Nheinufers nicht bei Frank-reich bleiben dürfe. Eine Zeitlang hatte das Elsaß in den Ver-handlungen eine Nolle gespielt.^ Der entscheidende Fehler warschon durch das Frankfurter Manifest vom 4. Dezember gemachtworden, worin, um die Franzosen zu gewinnen, Frankreich „eineAusdehnung seines Gebietes" verheißen worden war, „wie es sieniemals unter seinen Königen gehabt habe". Doch kam die Rück-nahme des Elsasses dennoch in Frage, weil Nußland seine Blickeauf Teile Galiziens richtete und für die dann notwendigen Ver-schiebungen Gebiete auf dem linken Nheinufer herangezogen werdenmußten. Dem Lieblingswunsch'der Engländer hatte selbst Karden-berg bald zugestimmt, in einem um Belgien vergrößerten König-reiche der Niederlande eine haltbare Barriere zu schaffen. Alsüber Galizien eine Einigung erreicht war, verlor der Gedanke andas Elsaß seine werbende Kraft, da ja der fast nur an preußischeInteressen denkende Hardenberg sich durchaus nicht scharf für diepatriotischen Wünsche einsetzte, die Arndt soeben durch seine un-vergeßliche Schrift: „Der Nhein Teutschlands Strom, nicht Teutsch-lands Grenze", vertreten hatte.

In Paris lenkte die Dinge der Zar Alexander, der TalleyrandGehör lieh. Er hatte die Tage seiner Großmut, hatte sich für dieHeimkehr derVourbonen entschiedenem den Thron Ludwigs XVIII.und durch diesen den europäischen Frieden zu sichern, sollte Frank-reich geschont werden. Weil der Vourbone zugleich den Kabinettennotwendig erschien und ohnmächtig war, rettete er Frankreich alldie Eroberungen Ludwigs XIV. Als durch den Waffenstillstandvom 23. April die schleunige Näumung des französischen Gebietesdurch die verbündeten Heere verbrieft worden war, hatte maneigentlich die Grenzen des königlichen Frankreichs schon eingeräumt.

Metternich folgte Hen Großmutsgedanken des Zaren gleichLord Castlereagh, dem an den Interessen Süddeutschlands nichtslag. Hardenberg hatte aber eine heilige Scheu davor, daß schwarz-weiße Grenzpfähle neben die französischen kämen, selbst am unteren

i Vgl. neben anderen Werken Vr endet. Die Pläne einer Wieder-gewinnung Elsaß-Lothringens in den Jahren 1814 und 1815, in den Bei-trägen zur Landes- und Volkeskunde von Elsaß-Lothr., Heft 47 (1914).

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