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Frankreich und das linke Rheinufer
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Land lag; die deutschen Fürsten achteten es gering; denn nur Preußenhatte dort neben Österreich Besitzungen gehabt und besaß dortnoch Anhänger. Metternich aber wollte für seinen bankrotten StaatFrieden, er hielt es für den Schluß der Weisheit, wenn Österreichmit Frankreich kleine gemeinsame Grenze mehr habe, und wolltedem Schwiegersohn seines Kaisers ein mächtiges Reich erhalten.Auch der Zar, beeinflußt durch die friedensbedürftigen Generale,wollte Napoleon goldene Brücken bauen, er verschloß sich denGründen des Freiherrn vom Stein und Pozzo di Vorgos. Denpreußischen König, den zaghaft, mißtrauisch in die Zukunft sehendenFürsten, schreckten die Opfer, die der Krieg jenseits des ^Rheineskosten würde. Selbst die Briten waren dem Frieden geneigt. Diekriegführenden Mächte wurzelten im Osten, am Nheine hörtenihre vitalsten Interessen auf. Hardenberg wurde bei der Haupt-Verhandlung nicht zugezogen, der preußische Staatsmann teilte mitWilhelm von Humboldt die Überzeugung, daß für DeutschlandsSicherheit und Würde sehr wenig geschehen sei, wenn das linkeRheinufer bei Frankreich bleibe.' Dies aber war die Absicht Metter-nichs und der von ihm geleiteten Mächte. Man schlug Napoleonalso einen Friedenskongreß vor auf Grund dernatürlichen"Grenzen, Frankreich sollte aber auf jeden Einfluß darüber hinausverzichten; man hatte in diesen Kreisen keinerlei Sinn für die deutscheGeschichte und das deutsche Volk, man betrachtete Europa als einGrundstück, das man beliebig teilen könne, und achtete nicht darauf,daß unter dem napoleonischen Drucke das deutsche Volk zur Selbst-erkennung, zu nationalem Sinne gelangt war.

Napoleon lehnte diese außerordentlich günstigen Bedingungenab; Franzosen haben gemeint, mit Necht, denn den Verbündetenfei es gar nicht ernst gewesen, was durchaus irrig ist. Selbst wennman ihm weniger geboten hätte, hätte Napoleon klug getan, nach-zugeben. Aber kann er es, kann er, der Emporkömmling, der Sohnseiner Verdienste^ ein Regiment der Niederlagen führen? In derFrage liegt die Antwort beschlossen. Er will lieber ehrenvoll imweiteren Kampfe untergehen, als sich durch die Diplomaten aus-beuten lassen. Es war die Stimmung eines der Verzweiflung ent-gegengehenden Heros. Er sah nicht auf das friedesehnsüchtigeFrankreich, nur auf sich. Wie machen es jetzt bei unseren Feindenviele Inhaber der. politischen Macht, die niemand mit Napoleonvergleichen wird?

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