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Frankreich und das linke Rheinufer
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sein Nachfolger als Primas der deutschen Kirche sollte der KardinalFesch werden, der geistliche Onkel des Hauses Vonaparte. Späterwurde vorgesehen, daß der Vizekönig Eugen Veauharnais alsweltlicher Fürst folgen solle, im Falle des Aussterbens seinerFamilie sollte das Fürstentum an Frankreich fallen.

Die Begründung des Rheinbundes und die Bildung desKönigreichs Westfalen, das er seinem Bruder Ierome gab, tatendas übrige. Schon 1798 hatte Talleyrand dieses Projekt, die Er-neuerung des Rheinbundes von 1658, erwogen. Napoleon täuschtesich nicht; wenn er den Fürsten, die von Österreich unabhängigwaren, die Souveränität im Innern gab, wenn er ihre Territoriendurch die Gebiete der unzuverlässigen abrundete, wenn er demGanzen den schönen Schein eines freien Bündnisses gab, dannwürden sie sich der auswärtigen und militärischen Politik desKaisers willenlos gebunden hingeben, dann würden sie seine erb«lichen Präfekten sein. Das Wort Protektor klang weit harmloserals Kaiser, aber in der Verfassung des Rheinbundes und in demAusbau der Rheinbundstaaten lag eine viel größere tatsächlicheMacht des Protektors begründet, als sie ein Kaiser sicher seitKarl V, besessen hatte. Napoleon hatte für alle seine Kriege eineneue Armee gewonnen. Am 6. August 1806 legte Kaiser Franzdie deutsche Kaiserkrone nieder, das alte Reich war aufgelöst.

Napoleon fügte Eroberungen zu Eroberungen, er griff immerweiter, um die Schwierigkeiten nur zu vermehren. Die Zahl seinerverborgenen Feinde nahm zu, langsam trat die Idee der Freiheitauf die Seite seiner Gegner. Dabei trübte sich ihm, der keinem Ratemehr zugänglich war, die unfehlbare Sicherheit seines Urteils. Taer bei dem ewigen Wechsel der Grenzen alle in Angst hielt, wurdeschließlich auch der Sanftmütige sein Gegner. So beginnt dennsein Niedergang, der sich ebenso gigantisch vollzieht wie seinAufstieg.

Er hätte nach der Katastrophe von Leipzig seinem Adoptiv-vaterlande noch die Nheingrenze retten können. Als die siegreichenFürsten bis Frankfurt gelangt waren, da kam es zur Beratung, obman nicht dem Besiegten einen Frieden anbieten solle. Man warbei den Verbündeten so philanthropisch, so kosmopolitisch, daßman zwischen dem Eroberer und dem geheiligten Frankreich unter-schied. Metternich, dem Sohn einer breisgauischen Mutter, wares gleichgültig, daß jenseits des Rheines noch deutsches unerlöstes

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