Druckschrift 
Frankreich und das linke Rheinufer
Seite
255
Einzelbild herunterladen
 

alten staatlichen Beamten, die Geistlichkeit, die Diener der Adligen,welche am Alten hängen, sondern vor allem auch die Körper derSelbstverwaltung; denn im, unterschiede zu Frankreich hatteman in diesen Landen nicht den Druck des Absolutismus ertragen,sondern in den Landständen einen Anteil am staatlichen Lebengehabt. Mehr wollte man nicht. Seitdem Hashagen in sorg-fältigster Weise aus den rheinischen Quellen ein Vild des Geistes-zustandes der rheinischen Bevölkerung in den Tagen, der französi-schen Fremdherrschaft entworfen Hat, kann die französische Dar-stellung nicht mehr aufrechterhalten werden, als ob die Bewohnerdes linken Rheinufers.sich unschwer oder leicht oder gar freudigmit Frankreich verbunden, hätten.^ In Wahrheit war der Wider-stand scharf, breit, und erst als die Hoffnung auf Rückkehr des

tiefherabgestimmt war, erst als Napoleon mit der katholischen Kircheseinen Frieden schloß, erst als die Wirksamkeit einiger tüchtigerPräfekten die Segnungen der Verwaltung eines großen Staatesmit der Pflege, lokaler Bedürfnisse verband, scluuand, der, Wider-spruch ; aber auch dann ging er nicht unter, ja in diesen Zeiten ent-wickelten-sich die Keime eines starken nationalen Gefühles und indem Leben von Görres liegt der Wechsel am deutlichsten zutage.Aus dem theoretischen Eiferer gegen die alte Mißwirtschaft und fürdie Freiheitslehre der Revolution, dessen Leitgedanke war: „Wirsind keine Sklavenseelen, wir sind Republikaner", wurde der grimmeGegner Napoleons und der Eiferer des deutschen Gedankens; einGegner des Despotismus blieb er zeitlebens. In jungen Jahrenhatte er den Rhein als Grenze angenommen, 1814 forderte er dieRückkehr des Elsasses zu Teutschland! Aus dem Kosmopolitenmachten die Erfahrungen und das Versenken in die Grundlagender Bildung einen Teutschen, ja einen Führer der deutschen Be-wegung. Er, aus festerem Holze, ertrug die Erregungen einessolchen Gesinnungswandels, während Forster in ihm zerbracht

sorische VcttvWmü^c ne^amöfischen Generale uu d die Repräsen-tanten des Staates

^^

^^5 /

^></

-^e^

führten

chseli

Syste

i

' Was Rheinland und die französische Herrschaft, 1908.

^ Vgl. Karl-Alex, von Müller, Der junge Görres, im Archiv fürKulturgeschichte, 10, 414—454, und Schellberg in der Einleitung zuGörres, Ausgewählte Werke und Briefe, Vd. 1 (1911).

255