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Frankreich und das linke Rheinufer
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denn der Wohlfahrtsausschuß in diesem Sinnes Es war damalswie heute. Ein starker königlicher Minister^ ein Richelieu, hättesich mit dem dauernd Erreichbaren begnügt und hätte der Welt denallgemeinen Frieden gegeben; aber der Republikaner bangt vorder Masse, er will und muH ihr schmeicheln, und die Masse ist fürradikale Lösungen. Die Mäßigung ist die Tugend weniger, siegedeiht am besten im stillen Bureau, die Volksversammlung istfür sie keine Keimstätte.

Der Verdacht, der auf sie geworfen wurde, hat die Gemäßigtenschließlich zum Schweigen gebracht, den französischen Generalenwar der Nhein nicht als eine günstige Grenze erschienen.^ DieNheingrenze hoffte man von den deutschen Fürsten zu erreichendurch die Aufteilung der geistlichen Fürstentümer, Österreich werdeman zwingen und ebenso England. So ward der allgemeine Friedevereitelt. Vei dem Beschlusse über die Vereinigung Belgienssprach sich der Konvent im Prinzip für die Rheingrenze aus, daswar nun ein Dogma geworden.

Die französische Politik war also völlig zu ihrem alten Prinzipezurückgekehrt, zu dem der Eroberung. Da mußte sie von deln Ge-danken der Propaganda der Revolutionsprinzipien ablassen, sieschloß ja mit Monarchen Frieden, ja suchte einzelne zu Bundes-genossen zu gewinnen. Sie gab der batavischen Tochterrepubliknicht die Freiheit und Selbstbestimmung. Und wenn die Prinzipiengeändert waren, so mußte man anch die Methoden der altfranzö-sischen Politik wieder aufnehmen. Jene Geheimartikel des BaselerFriedens wurden von den regierenden Männern nicht dem eigent-lichen Souveräne, dem französischen Volke, mitgeteilt, sondern ge-heim gehalten.

Wird Frankreich die Landschaften am linken Nheinufer nunzu einer neuen Republik ausgestalten oder wird es sie einfach an-gliedern? Die Sitze der geistlichen Fürsten in Koblenz und Bonnsind das Spiegelbild von Mainz, mit etwas blässeren Zügen.Der Hof läuft beim ersten Alarm weg, aus den Kreisen der Pro-fessoren und akademisch Gebildeten bilden sich Freiheitsgesellschaften,deren Kern aber aus den niederen Schichten stammt; die großeMasse und alle alten Verwaltungskörper, alle Magistrate, alleZünfte halten an ihrem alten Rechte fest. Es sind nicht nur die

> Sorel a. a. O. 3, 177 ff.

2 Sorel 4, 338; vgl. S. 329, 374.

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