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Frankreich und das linke Rheinufer
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mit Nachbarn und Dienstboten, deutsch das Volkslied und die Sage deutsch alles, was den tiefsten Inhalt des Lebens ausmacht.Anter den Eindrücken dieses Landes entdeckte der junge Goethe dendeutschen Geist in Kunst und Leben, und er, der in Leipzig die modischefranzösische Gesittung bewundert hatte, wurde hierallen fran-zösischen Wesens bar und ledig".

Der englische Neisende ^oung, der den Franzosen durchauswohlgesinnt ist, schrieb 1789 in sein Neisetagebuch über das Land:Wenn man die Karte Frankreichs betrachtet und die GeschichteLudwigs XIV. liest, sieht man seine Kämpfe und Eroberungen imElsaß niemals in dem Lichte, wie man es tut, nachdem man esbereist hat. Eine große Gebirgskette ist zu überschreiten, um in eineliebliche Ebene einzutreten, bewohnt von einem Volke, das voll-ständig anders und verschieden ist von Frankreich in Sitte, Sprache,Ideen, Vorurteilen und Gewohnheiten. Das macht den Ein-druck von Ungerechtigkeit und Anmaßung seines Benehmens weitstärker, als jede Lektüre gewähren kann. So viel stärker wirken Tat-sachen als Worte."'

So ablehnend im allgemeinen der Elsäfser gegen das Fremdewar und ist, so gewann doch die französische Kultur neben derelsässischen an Voden. Die Hinneigung zur französischen Gesittungmachte Fortschritte, namentlich in den äußerlichen Dingen. Eindeutsches, scharf ausgebildetes Nationalgefühl gab es noch nicht,aber Anrich hat recht, wenn er die Gefühle der damaligen Elsäfserin die Formel zusammenfaßt, sie waren Deutsche unter französi-scher Votmäßigkeit. Sie waren loyale Untertanen des Königs ge-worden, aber sie wollten ihre Art und ihre aus deutscher Zeit über-kommenen Zustände beibehalten.

i ^ounzs's travelz enl'rance cluiin^ tke yeai« 1787,1788,1789. London1913, S. 205.

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