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Frankreich und das linke Rheinufer
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Schweiz war das seine Umgangssprache, aber wenn er schrieb undwenn er am Sonntage die Predigt hörte, war seine Seele auf diehochdeutsche Schriftsprache gestimmt. Der damalige Unterrichtpflegte überall in deutschen Landen die Kenntnis der deutschenSprache nicht genügend. Das religiöse Leben ist noch ganz in denalten Bahnen; es ist durchaus konservativ: bei den Lutheranernhat der Pietismus die Orthodoxie nicht verdrängt, an den elsässi-schen Katholiken ist der Gallikanismus, der Iansenismus und diefranzösische Aufklärung fast spurlos vorübergegangen. Stärkermögen die großen französischen Prediger auf die Predigten derPfarrer eingewirkt haben als jenseits des Nheines.

Als die geistige Vlüte des Landes darf die protestantischeUniversität in Etraßburg angesehen werden. Wie schon oben ge-zeigt ist, lebte sie in den alten Gedankenrichtungen fort. Die Organi-sation und der Lehrbetrieb waren deutsch, stachen weit von franzö-sischen Kochschulen ab, nach den deutschen Kochschulen bestandenlebhafte Verbindungen, namentlich mit Göttingen. Wenn man er-wägt, was der Vadener Schöpflin leistete, erkennt man, welcherNachteil es war, daß nicht mehr Kräfte von jenseits des Nheinesherbeigeholt wurden.^ Diese höchst achtbare Gelehrtenwelt, die inSchöpflin und Koch kosmopolitisch gerichtete Männer besaß, be-diente sich meist der lateinischen, aber auch der deutschen Sprache,selten der französischen; selbst Schöpflin schrieb nach alter Ge-lehrtenart nur lateinische Werke.

So ist es im wesentlichen eine auf der alten deutschen Kulturberuhende elsässische; elsässisch, weil ihr die Zuwanderung aus demübrigen Deutschland fast abgeschnitten war, die früher eine so großeNolle spielte. Selbst in der Kunst sind, trotzdem ja französischeKünstler die Pläne auch vieler Schloß- und Kirchenbauten iminneren Deutschland entworfen haben, die alten Steinmetzen denÜberlieferungen sogar der Gotik treu geblieben. Und noch immerfanden Künstler aus dem Deutschen Neiche große Aufgaben imElsaß!'

Deutsch war Sitte und Tracht, deutsch der Verkehr mit Gott,die Kirche wie die Schule, deutsch das Gespräch mit Weib und Kind,

i Vgl. Varrentravv, Wie Straßburger Universität in der Zeitder Französischen Revolution, Zeitschr. f. d. Gesch. d. Oberrheins, N. F.,13,448-481.

^ Vgl. Dehio, Historische Betrachtungen Über die Kunst im Elsaß,Kistor. Zeitschrift 104, 51.

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