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Frankreich und das linke Rheinufer
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Es folgte der Umschwung der Allianzen, jene Periode derfranzösischen Politik, die in einem Bündnisse mit Kabsburg-Lothringen ihre Richtlinie hatte. Sie bestand noch, als die Fran-zösische Revolution ausbrach.

Nach dem Anfalle Lothringens an Frankreich war es eiltdringendes Bedürfnis für beide Teile, die vorspringenden Winkelund die Einschlüsse im fremden Gebiete zu beseitigen und eine fort-laufende Grenze herzustellen. Das erfolgte in den Jahren 1766bis 1787 durch eine Neihe von Staatsverträgen mit dem Fürsten-tum von Nassau-Saarbrücken, Österreich, dem KurfürstentumTrier, den Grafen von der Leyen und dem Herzogtum Pfalz-Zweibrücken.i

Bei der neuen Grenze ging die französische (lothringische)Vailliage Vusendorf über die Saar hinaus, oberhalb Saarlouisschob sich umgekehrt das nassauische Oberamt Saarbrücken zwischendie Vailliagen Volchen und Saargemünd vor. Nur wenige Ex-klaven blieben bestehen. Der damals schon in Betrieb genommeneKohlenbergbau des Saarreviers blieb fast vollständig bei Deutsch-lands

Frankreich hatte seine „natürliche" Grenze am Rheine insicherem Besitze. Es hatte in seinem Kampfe mit dem Hause Habs-burg sich nicht nur der linksrheinischen Besitzungen der Österreicher,nicht nur der spanischen Franche Comte bemächtigt, es hatte vorallem auch die weite Negion gewonnen, die einst diese Lande vonden spanischen, nun österreichischen Landen getrennt hatte und damitjene militärische Offensivstellung gegen Deutschland, die bis tiefnach Süd- und Mitteldeutschland ausstrahlte. Die Erfolge warendem französischen Einheitstaate nur möglich gewesen, weil Teutsch-land einer starken Einigung entbehrte. Die tiefste Entkräftüng desdeutschen Kaisertums, die gründlichste Zerrüttung der deutschenEinheit, die Feindschaften der deutschen Stände untereinander warvon Frankreich ausgebeutet worden zu einer Politik, die brutaleGewalt, Vertragsbruch, juridische Falschsprüche, List und Tückeverwendet hatte. Diese Erwerbungen waren Annexionen im übelsten

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^ Vgl. Fabricius, Erläuterungen zum geschichtlichen Atlas derNheinprovinz,- 2. Band: die Karte von 1789, S. 597—606, und die vor-treffliche Karte des Atlas.

2 Vgl. Friedrich A. Schmidt, Der Saarkohlenbergbau in Lothringen(Straßb. Dissert. 1914, auch Vergwirtschaftliche Mitteilungen, Jahrgang 5).

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