XV.
Die äußere Geschichte bis zur Französischen Revolution.Geschicke des Herzogtums Lothringen.
Die Offenswstellung des französischen Elsasses. — Hoffnungen auf Nuck-gewinn im spanischen Erbfolgetriege. — Abtretung des Herzogtums Loth-ringen. — Seine frühere Geschichte. — Anhänglichkeit seiner Bewohner. —Offensivstellung Lothringens. — Wie Deutschen im Elsaß 1743. — Grenz-regulierungen. — Nückblict. — Die Satire Friedrichs des Großen ernst
genommen.
Wahrheit der Worte des Markgrafen von Baden über die<^w/ militärische Bedeutung von Straßburg haben schon dieköniglichen Kriege Frankreichs im 18. Jahrhundert durchaus be-stätigt, wie dann die der Revolution und Napoleons. Dieser Stadtgegenüber konnte das freie Feld nicht gehalten werden, und glücklichwaren die Teutschen, wenn sie die Stollhofener oder doch die Ctt-linger Linien in der nordöstlichen Ebene und die Schwarzwaldpässebehaupten konnten. Vreisach und Freiburg fielen auch einmal wiederin die Hände der Franzosen. Die ganze heute badische Nheinebenewar das Glacis für Frankreich geworden. Kehl erwies sich immerzu schwach, während umgekehrt das sofort nach dem NvswikerFrieden auf dem linken Nheinufer angelegte Neubreisach niemalsangegriffen wurde. Fast alle Versuche der Deutschen, in das Elsaßeinzudringen, wurden von Norden her auf dem linken Nheinuferunternommen, und Landau erlebte im spanischen Erbfolgekriegevier Belagerungen. So fiel weitaus der größte Teil der Kriegs-leiden den deutsch gebliebenen Landen zu.
Gleichwohl bestand einmal die Aussicht, Straßburg dochzurückzugewinnen. Nach der Schlacht von Oudenarde (11. Juli1708) war der französische König so tief gebeugt, daß er in denFriedensverhandlungen im Haag sich zu großen Konzessionen be-quemte. Er wollte die ganze spanische Erbschaft aufgeben, nurNeapel und Sizilien hoffte er seinem Enkel zu retten, auch zu Ab-
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