Wahlkapitulation, alles, was dem Vistum in der Stadt Straß-bürg und sonst entzogen worden war, zurückzugewinnen, darunterdie in den Händen der Protestanten befindliche Tomkirche, aber ernahm es leicht mit seiner Unabhängigkeit als Neichsfürst gegenFrankreich. Diese Wahl mußte den alten Gegensatz zu der einstigenVischofstadi verschärfen, in der Tat gab der neue Fürstbischof sichder Hoffnung hin, durch Anlehnung an Frankreich seine Domkirchezurückzugewinnen. Die konfessionellen Gegensätze wurden ver-schärft, und stärker trat es hervor, wie es sich schon bei den Neichs-städten gezeigt hatte, daß die Katholiken im Elsasse auf Frankreich,das katholischer ward, Vertrauen zu setzen begannen. Aber auchsie wurden noch sehr durch die Erinnerung an das Neich und daskatholische Haus der Habsburger gehalten.
Die Stadt Straßburg hatte die schwächliche Haltung aus derZeit des Dreißigjährigen Krieges beibehalten, sie glaubte durchLiebenswürdigkeiten den französischen König günstig stimmen undzu gleicher Zeit dem kaiserlichen Hofe gegenüber — er war jakatholisch — die alten Freiheiten behaupten zu können. Sie strittLeopold I. den Huldigungseid ab. ,Ein katholisches Straßburghätte wohl eine energischere Stellung eingenommen und würdesich weniger mit Frankreich eingelassen haben. Auch eine Ver-ständigung mit dem neuen Fürstbischof scheiterte an der Fragedes Münsters. Als der holländische Krieg ausbrach, erklärte dieStadt die strikteste Neutralität. Gleichwohl ließ Conde November1672 die Straßburger Nheinbrücke in Vrand stecken, und aus Furchtvor Frankreich wagte die Stadt — trotz des Neutralitätsbruches —nicht, die Vrücke sofort wieder aufzubauen. Das Volk war übereine solche Schwäche des Magistrates empört. Eine Stadt, dievorwärts eines Stromes gelegen ist, konnte sich nur halten, wennsie für ausgezeichneten Stand der Festungswerke, der Bewaffnung,für eine starke Garnison sorgte sowie für unbedingte Aufrecht-erhaltung der Verbindung mit dem andern Ufer. Straßburg aberwar zu arm geworden, glaubte zu sehr an die Kunst, sich durch alleSchwierigkeiten zu winden, mißtraute den Kaiserlichen und erwarteteauch wohl kaum den Nechtsbruch, der ihm bevorstand.
Ludwig XIV. hatte die Bahnen der beiden Kardinäle ver-lassen, sie waren in Deckung auf Umwegen vorgegangen, er aber,der allerchristlichste König, hielt solche Schleichwege für unter seinerWürde stehend, er wollte frei und offen die Erfolge erstreben, er
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