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Stunde die Worte, die einst Servien gesprochen hatte, wahr zumachen: „Wir haben über die Städte genug Necht, um sie einesTages mit Waffengewalt zu unterwerfen, wenn sich dafür einegünstige Gelegenheit bietet." ^ Aber dieses selbe Frankreich hattevor diesem Schritte auch niemals offen die Interpretation derArtikel vertreten, die seinen Interessen am günstigsten war. ^ Warumwohl? Weil man selbst nicht an sie glaubte.
Vergebens sucht man in der Literatur über diese Zeiten nachBeweisen dafür, daß die elsässische Bevölkerung sich mit Wärmeder französischen Herrschaft unterworfen hätte. Selbst in den öster-reichischen Landesteilen fehlte es nicht an deutscher Gesinnung, inSchlettstadt schwur noch 1664,der Bürgermeister „einzig undallein... Ihrer Römischen Kaiserlichen Majestät Treue". 1669wurde der von Kagenau abgesetzt, weil er, nachdem er erst auf dasWohl des Kaisers getrunken hatte, sich geweigert hatte, auf dasdes Protektors der Stadt, Ludwigs XIV,, zu trinken.' Überalle diese Dinge, die Frankreich ungünstig sind, gehen Vabelon,Henri Stein und Driault hinweg! Kansi hat die Stirn, zu sagen:„Lange vor der französischen Okkupation hatten elsässische Städte:Zabern, Kagenau, selbst Straßburg, auch zahlreiche Herren sichunter den Schutz Frankreichs gestellt oder gebeten, französisch zuwerden. Ihr habt es richtig gelesen, seit dem 17. Jahrhundert ge-beten, französisch zu werden."^
Die Lage der Deutschen im Elsaß wurde sehr wesentlich ver-schlechtert durch die Wahl des Landgrafen Franz Egon von Fürsten-berg-Keiligenberg zum Fürstbischof von Straßburg, ilnter denhochadligen Wählern war ein Lothringer (Graf von Kriechingen),alle anderen stammten aus von Frankreich nicht bedrohten Ge-bieten; aber noch herrschte der Nheinbund und sein Geist, die Sorg-losigkeit gegenüber Frankreich, und dann kamen französische Ver-sprechungen und französische Gelder hinzu, so daß schließlich diekaiserliche Partei die Flinte ins Korn warf und an die Stelle desam 20. November 1662 gestorbenen Habsburgers — der freilichnie im Lande gewesen war — ein ausgesprochener Anhänger Frank-reichs trat. Er nahm es gewissenhaft mit der Bestimmung der
l Vardot a. a. O. 64, Amn. 2.^ Ebenda 73.
' Vgl. Keu55, I.'H.l32«, 1, 208f."A. a. O. S. 62.
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