<'Z
W
den wahren Absichten des Königs kommen, was ein Vertrauter,Lesdigueres, als den Inhalt eines Gespräches Heinrichs mitihm aufzeichnete und in die Hände Nichelieus gelangen ließ.^ Daswar ein klarer Plan, ein möglicher Plan; es steht darin die Absicht,durch die Heirat des Dauphins das Herzogtum Lothringen zu ge-winnen! Das beste Zeugnis für die Absichten auf das linke Nhein-ufer bieten die Erinnerungen Nichelieus: „Vielleicht daß derAppetit ihm beim Essen gekommen wäre und daß er sich entschlossenhätte, Flandern anzugreifen und den Nhein zur Grenze Frank-reichs zu machen, indem er dort drei oder vier Plätze befestigte." ^Erst Nichelieu hat die Politik geführt, welche die sorgsame Ne-gierung Heinrichs IV. möglich gemacht hatte, dieser hatte dieWaffen vorbereitet, um sie zu guter Stunde zu verwenden.
Wenn Pierre Mathieu recht hat, so war König Heinrich IV.der echte Vertreter des Nationalitätsprinzipes. Nach ihm hat ergesagt: „Ich will wohl, daß die spanische Zunge dem Spanier ver-bleibt und die deutsche dem Teutschen, aber die ganze französischegehört mir." ^ Dann hätten seine Erben auch nicht an das Elsaß,an Deutsch-Lothringen und Flandern die Hand legen dürfen!
Heinrich IV. spielte auch eine Nolle in dem StraßburgerVistumsstreit, der, entstanden aus den schwersten Konflikten zwischenkatholischen und evangelischen Mitgliedern des Tomkapitels, beider Zugehörigkeit aller Tomkapitulare zu reichsunmittelbarenFürsten- und Grafengeschlechtern sofort die weitesten Kreise gezogenhatte und schließlich zu einem Kriege zwischen dem katholischenHause Lothringen und der die protestantischen Tomherrn im Vruder-hofe schützenden Stadt Straßburg führte und entsetzliches Leid überdas Elsaß brachte. In diesem Streite gab der Straßburger Stadt-schreiber Hochfelder der städtischen Politik die Nichtung auf Frank-reich, er fürchtete mehr für seinen Glauben von den spanisch-öster-reichischen Habsburger» als von Frankreichs Diese Politik warverfehlt; denn die Verhältnisse gestatteten dem französischen Königenicht, wirksam für Straßburg einzutreten, so daß die Stadt, vonden deutschen Fürsten ebenso sitzen gelassen wie von Heinrich IV.
> Hanotaux a. a. O. 1, 259—262.
^ Uemoirez ciu (Daräinal cle KicKelieu pudliez, , , pc>ur la 3c»cists cieI'Inztoile äe Trance 1, 22.
' Nistmre 6e Henri IV, «Paris 1631, erwähnt bei Sorel a.a. 0.1,271.
* Ziegler, Die Politik Straßburgs während des bischöflichen Krieges(1592—1593). Straßb. Dissert. 1906 S. 112 f.
136 o