und finanziell völlig erschöpft, sich 1593 zum Frieden mit den eben-falls erschöpften Lothringern bequemen mußte. Der Weg dieserHochfelderschen Politik hatte zu einer Schwächung der beidenGegner geführt, sonst zu nichts, und war der Beginn der schwäch-lichen undeutschen Politik der Reichsstadt, die um ihres Glaubenswillen auf das katholischer werdende Frankreich ihre Hoffnung setzte.
In seinem politischen Testamente soll der Kardinal Nichelieudie Worte geschrieben haben: „Der Zweck meines Ministeriumswar es, Gallien die Grenzen, die ihm die Natur bestimmt hat,den Galliern einen gallischen König zurückzugeben, Gallien mitFrankreich gleichzusetzen und überall, wo es ein altes Gallien ge-geben hatte, das neue wieder einzurichten." Er hat die Worte nichtgeschrieben, aber sie sind das Leitmotiv seiner erfolgreichen Politikgewesen.
Schon im Jahre 1612 hatte er einem Freunde von den Gelegen-heiten geschrieben, die Grenzen auszudehnen und den Nuhm zumehren.^ ^^ Naum zwischen dem Nhein und den Pyrenäenerscheint ihm nicht groß genug für die Lilien," schreibt 15 Jahrespäter ein anderer von ihm.^ Als die habsburgfreundliche Parteiam Hofe zergangen war und im Innern die Hugenotten aus ihrerpolitischen Stellung fast völlig verdrängt waren, legte er, der viel-leicht schon 1625 seinem Könige einen Paß über den Nheinstromzu gewinnen geraten hatte/ ihm 1629 ein Programm vor, dasals Ziel bezeichnete, „Pforten sich zu bauen und zu öffnen, umin die Nachbarstaaten eintreten und sie vor der spanischen Unter-drückung bewahren zu können. Zuerst muffe man daran denken,sich in Metz stark zu machen und womöglich bis Straßburg vor-zurücken, um einen Eingang nach Teutschland zu gewinnen. Dasmuß langsam geschehen, mit viel Vorsicht und unter sanfter undverdeckter Haltung." ^ ,,?c>nl acc^uerir rme entree eu ^11e-inÄFne", mit diesen Worten bestätigt der größte Staatsmann,den Frankreich erzeugt hat, den offensiven Charakter eines fran-zösischen Straßburg, wie den defensiven eines deutschen. 1633war er geneigt, die deutschen protestantischen Fürsten zu unter-stützen, diese Fürsten würden dem Könige alles bieten, „was sie
! Kanotaux a. a. O. 1, 140.
° Sorel a. a. O. 1, 272.
' 8,eu55, I^'^,l52ce au clix zeptiöme ziöcle, 1, 68.
^ Marisjol in L^vizze 6, 2, 291, und Neuß, M5toii-e,ä'^l52ce, 98.
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