K5Äi-»Ä»,»MM«WH
^,
GMW
W»
« ^
Der am Neiche verübte Naub von Metz, Toul und Verdunhatte wenigstens noch ein dürftiges Mäntelchen, der Anschlag aufStraßburg war auch eine Treulosigkeit gegenüber den Mitver-schworenen von Chambord.
Wohl hat Karl V, sofort, als er die Künde freier bekam, denVersuch gemacht, Metz zurückzugewinnen. Der Markgraf AlbrechtAlcibiades war in seine Dienste getreten, aber Franz von Guise leitetedie Verteidigung so ausgezeichnet, daß der Kaiser abziehen mußte,tief getroffen durch diese Niederlage. Im Waffenstillstand vonVaucelles (1556) und im Frieden von Cateau-Cambresis (1559)behauptete Frankreich insofern die drei Städte, als sie still'schweigend übergangen wurden, und das war möglich, da nurder König von Spanien die Verträge schloß, nicht das DeutscheNeich, mit dem Heinrich II. ja überhaupt nicht in Krieg lag.
Frankreich aber stürzte dann in die Wirren seiner Religions-kriege. Wohl wurde auf deutscher Seite erwogen, sie zur Wieder-gewinnung der drei verlorenen Städte zu benutzen, aber die Kraft-losigkeit der Kaiser und die inneren deutschen Gegensätze verhindertenes, daß aus den Plänen eine Tat herauswuchs.
Ein französischer Politiker hohen Ansehens, Joseph Neinach,einst Kabinettschef Gambettas, der die Sophistik der deutschenGeschichtswissenschaft nicht genug tadeln kann, stellt die Dinge keckso dar: „Die drei lothringischen Bistümer (richtig Städte) warenvorher angeboten oder eingeräumt durch die lutherischen Kurfürsten(richtig einen) und die Fürsten (richtig drei) und die Gesandten dergroßen protestantischen Städte (gänzlich unwahr)." Insbesondere.bezeichnet er Preußen (Kurbrandenburg) als einen der Hauptteil-nehmer an den Verträgen von 1552 und 1634, was beide Maleeben nicht der Fall war.^
Wie wenig mit den drei Reichsstädten die dort ihren Sitzhabenden Bischöfe und Domkapitel sowie die weltlichen Lande der-selben unter Frankreich gekommen waren, beweist klar, daß erstKönig Heinrich III. den Titel Zouverain Zeizneur der Städteannahm, bis 1585 nannten die Könige sich nur ihren ?r«r,ecwur.Die Bischöfe hielten sich vor allem zum lothringischen Herzogs-Hause, und für Metz erreichte Heinrich IV. an der Kurie nicht, daßder Bastard des Königs, Heinrich von Vourbon, der erst acht Jahre
i I^Izace-I^orraine clevant I'Hiztoire 1916, S. 7 und 9.
132