Druckschrift 
Frankreich und das linke Rheinufer
Seite
125
Einzelbild herunterladen
 

LLNM^HZ

und blut zu bewarung und rettung diser stadt darzu zu strecken unddieselbe unsers üßersten Vermögens bey irer Majestät und dem heil,reich auch allen iren Herbegrachten liberteten vermittels göttlichergenaden zu retten und zu erhalten uud es darzu in ander weg gegenircr Kayserlichen Majestät in allerunterthenigstem verdienen."'

Was soll man dazu sagen/ daß ein Forscher wie Lemonnieveinfach an den grundlegenden deutschen Werken vorübergeht?

And mm volleuds Nürnberg! Ein kritischer Kopf, der eineÄhnung von deutschen Dingen hat, hätte doch Zweifel haben müssen.Die Quelle, auf die die Erwähnung Nürnbergs zurückgeht, finddie Memoiren des Marschalls de Vieilleville, des späteren Gouver-neurs von Metz (Buch 4, Kap. 3). Da erscheinen als Abgesandtezwei der ersten Näte der kaiserlichen Kammer zn Speier und dieBürgermeister von Straßburg und Nürnberg. Ja, wäre das wahr,so erschiene das deutsche Angebot in einem günstigeren Lichte!Aber es ist eine glatte Erfindung.

Vabelon schenkt den Memoiren Vieillevilles auch sonst Glauben,er erzählt den angeblichen Erinnerungen des Sekretärs des Mar-schalls, Carloix, es nach, wie der spätere Marschall den König fürdas Unternehmen gewann und welche Begeisterung das Unter-nehmen losgelöst habe: „Die meisten Werkstätten aller Hand-werker blieben leer, so groß war der Eifer bei allen Arten vonLeuten, diese Neise mitzumachen und den Nhein zu sehen!"

Wenn Lemonnier uud Vabelon sich etwas ruhig die diplo-matischen Akten der Teutschen angesehen hätten oder auch nur denVertrag von Chambord, so hätten sie zu dem Ergebnis kommenmüssen, das schon im Jahre 1778 Garnier festgestellt hat, daß diewirklichen Tatsachen den Bericht der Carloixschen Memoiren überdiese Verhandlungen ausschließen. Auch dürfte den Franzosenes näher als einem Deutschen liegen, zu wissen, daß der Abbe Mar-chand, Professor an den katholischen Fakultäten in Angers, schon1893 nachgewiesen hat, daß gar nicht der Sekretär des Marschallsseine Lebenserinnerungen niedergeschrieben hat, sondern weit späterein Schloßtaplan der Familie sie in zloriam ta,mi1ig,e aufzeichnete.Es ist der Wert dieser mit Irrtümern gespickten Memoiren sogering, daß Marchand sein Endurteil mit den Worten abgibt:„Es ist ohne Zweifel besser, die Erinnerungen Vieillevilles völlig

Holländer a. a. O. E. 60.

125