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keinen Freibrief für seine Begehrlichkeiten erhalten, obwohl er derPersönliche Träger der entscheidenden Verhandlungen war. DerVertrag entsprach dem Geiste des Kurfürsten Mmntz von Sachsen,der, wesentlich von weltttchen Gründen getrieben, den KaiserKarl V., seinen Gönner von früher, durch diese Verschwörung zuni'Neligionsfrieden und zum Verzicht auf die meisten seiner kaiser-lichen Pläne zwang. Die Weltlage hatte sich so zu LlngunstenKaiser Karls V. verschoben, daß ein großes, zielbewußtes Kessel-treiben gegen ihn veranstaltet werden konnte. Meisterlich verstandes der neue Kurfürst von Sachsen, Moritz, sich zum Führer all derverschiedenen Kräfte und Parteien emporzuschwingend
Im März l55l beschlossen vier deutsche Fürsten zu Torgau,die Hülfe von Frankreich und England nachzusuchen, im Oktoberfam es zu Lochau unter den Verschworenen, von denen Hans vonKüstrin, wie gesagt, jedoch sofort ausschied, zum Beschlusse, mitKönig Heinrich II. von Frankreich ein Angriffsbündnis zu schließen.Die bisherigen Verhandlungen mit den protestantischen Fürsten,die hauptsächlich durch den in Verkleidung reisenden Bischofvon Vayonne du Fraisse geführt worden waren, hatten erreicht,daß der Gedanke der Säkularisation von diesen zurückgestellt wurde,doch war der französische Hof durchaus noch nicht gewonnen. Soerboten sich denn die Fürsten zu erheblichen Konzessionen: „Es,virdet vor guet erachtet, das die Königliche Majestet zu Frank-reich ufs aller fürderlichst die stett, so zum reich von alters gehöretund nit Teutscher sprach sein, als nemlich Chamerich, Toll in Loth-ringen, Metz, Verdun und was derselben mehr weren, ane Verzugtnneme, und die als ein vicarius des heiligen reichs — zu welchen,titel wir sein Kon. M. zukünftig zu befördern gneigt seilt — inHabeund behalte; doch fürbehalten dem heiligen reich sein gerechtigkeit,so es auf denselben stetten hat, damit die also_wider aus des gegen-theils Handen gepracht." Der König wird weiter gebeten, auchin den Niederlanden dem Kaiser ein Feuer aufzuzünden. Die ver-schworeneil Fürsten sagen, der christlichste König handle in diesemWerke,bei uns Deutschen nicht allein wie ein Freund, sondern wieein treuer Vater, deshalb erbieten'sie sich, zeitlebens des Königs«ingedenk zu sein, ihm zum Erwerbe seiner erblichen Possession^Franche Comte, Flandern und Artois) zu befördern, auch bei der
^ Kartung, Karl V. und die deutschen ?teicksstimde von 1546 bis,1555, 1910, S. 66.
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