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Frankreich und das linke Rheinufer
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Als König Heinrich II. (1547—1559), des Kampfes mit Eng-land ledig, die antiHabs burgische Politik seines Vaters wieder auf-nehmen konnte, bot sich ihm in der deutschen Fürstenverschwörung"eine Vundesgenossenschaft, wie sie bis dahin noch keinem Lilien-könige zur Verfügung gestanden hatte. Die deutschen Fürstenhatten zwei starke Tendenzen, die durch die Macht Karls V. bedrohrschienen. Die eine erfüllte sie fast alle: die Eifersucht des Landes-fürsten gegenüber dem Neichsoberhaupte oder, wie man das schöneWort Freiheit mißbrauchend schrieb, die Forderung der Libertärder Deutschen. Der Landesherr wollte seine Unabhängigkeit steigern,mindestens die kaiserliche Gewalt keine Fortschritte machen lassen.Diese Tendenz hatte schon vorher manchmal einige Fürsten veran-laßt, sich an Frankreich anzulehnen. Jetzt, wo spanische Truppenim Neiche standen und die Erbfolge des Spaniers auch auf deutschen!Voden in Aussicht stand, war die Bedrohung der Libertät leichterglaubhaft zu machen. Die zweite Tendenz bewegte nur die prote-stantischen Fürsten: das Streben, die Lehre der Deformation imganzen Neiche oder doch in möglichst weitem umfange durchzu-setzen, mindestens ihren Besitzstand zu verteidigen, was sich damalsgegen den katholischen Karl V. richtete, zugleich immer am stärkste!:in der Gefährdung der katholischen Neichsbistümer und Neichs-flöster hervortrat. Diese Tendenz konnte in Frankreich so langekeinen Veifall finden, als der Hof eine katholische Politik trieb;iwch war das der Fall.

Es ergab sich aus dem gemeinsamen Gegensatze gegen das SausHabsburg die Verbindung protestantischer Fürsten mit der katho-lischen Krone Frankreich, die aber nicht ohne Lohn ihre Waffenverwenden wollte, vielmehr die alte, nie eingeschlafene Begierdenach Erwerbung von Stücken deutschen Reichsgebietes nun be-friedigen wollte.

Das Bündnis zwischen der deutschen Fürstenverschwörungund der Krone Frankreich war damals nur möglich, indem die Ver-schworenen von der Absicht, die deutschen kirchlichen Fürstentümerzu säkularisieren, zurücktraten. Der endgültige Vertrag von Cham-bord war etwas anders,, als ihn sich einige seiner Arheber ursprüng-lich gedacht hatten: der eifrige Protestant Markgraf Johann vonVrandenburg-Küstrin hatte schon vorher sich abgewendet, weil ernur defensiv vorgehen wollte, und sein Vetter, der skrupellose Mark-graf Albrecht Alcibiades von Vrandenburg-Kulmbach, hatte

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