Hauses war ein Gegner des französischen Staates geworden. Philipphatte zudem die Länder zusammengeballt, die eine der kritischstenStellen Europas in sich schließen, schon er hatte völlig deutsche undfranzösische Interessen verfilzt. Er, der an Neichtum alle Fürstenseiner Zeit weit übertraf und es durch eine Prunklust sondergleichenbekundete, dachte sich die Lösung der burgundischen Zukunftsfragein einer Erneuerung des Neiches Lothars, dem auch die Lande vonEleve, Iülich und Verg als Lehen unterstehen sollten. Den kaiser-lichen Kanzler Kaspar Schlick gewann er in ganz geheimen Ver-handlungen, doch der deutsche König wollte nur ein KönigtumVrabant zugestehen, ein abhängiges Königreich, wie es Böhmenwar. Der stolze Burgunder mußte sich vertrösten, aber auch aus derverwandtschaftlichen Verbindung, die Friedrich erhofft hatt«,wurde nichts.^
Der außerordentlich kluge Herzog Philipp hatte den Schwer-punkt seiner Gewalt nach dem Norden verlegt, den Provinzen aberihre Selbständigkeit belassen und ihnen damit die Fremdherrschafterträglich gemacht. Der Begründer der belgischen Idee blieb dabeiein Welscher, er duldete die flämische Sprache nicht in seiner Nähe,--wie überhaupt das burgundische Negiment die Stellung der fran-zösischen Sprache als der höheren auch in den deutschen Gebieten,verstärkte.
Karl der Kühne, oder besser der Verwegene, nahm den Planseines Vaters wieder auf. Er wollte in seinem unbegrenzten Ehr-geiz König werden, und dafür hoffte er den deutschen Kaiser zu ge-winnen, indem dessen Sohn Maximilian sein einziges Kind, dieburgundische Erbtochter Maria zur Gemahlin erhalten sollte. Errechnete damit, nach des Kaisers Tode selbst Kaiser zu'werden,dann sollte Maximilian ihm in Burgund wie im Kaiserreiche folgen.Der Sohn eines Philipp träumte davon, ein zweiter Alexander zuwerden. Er wollte ein burgundisches Imperium, wie es das spanisch-Habsburgische wurde. Friedrich entzog sich aber der Entscheidung.Jener andere Plan aber gelang für den Augenblick, der Herr derösterreichischen Vorlande, Herzog Siegmund, verpfändete an Bur-gund Oberelsaß nnd Vreisgqu, und eine Zeitlang erdrückte der Bur-gunder auch den Herzog von Lothringen. Karl der Kühne war als
l Vgl. über dieses Projett Kufnagel, Kaspar Schlick als KanzlerFriedrichs III. Mitteilungen des Instituts f. osterr. Geschichtsforschung,
Ergänzungsband 8, S. 426-114
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