Grafschaft Namur gekauft, erbte Vrabant und Limburg, zwangIatob'äa von Holland, ihm Kennegau, Zeeland und Kolland abzu-treten, und die Erbin von Luxemburg gab ihm auch dieses Herzog-tum. Dazu kam die Pfandschaft über die Habsburgischen Besitzungenim Oberelsaß, wo der Landvogt Peter von Hagenbach ein brutalesNcgiment führtet Das burgundische Neich umfaßte ganz ver-schieden geartete, sich aber innerlich ergänzende Gebiete: das städte-reiche, in üppiger Pracht blühende Land an der Scheide, der unterenMaas und an den Mündungen des Nheines, wie das HerzogtumBurgund und die Franche Comte mit ihrem Adel; an der nördlichenwie an der südlichen Hälfte waren Frankreich und das Deutsche Neichbeteiligt, jenes stärker im Süden, dieses weit mehr im Norden, sodaß der deutsche Anteil stark überwog. Es ergab sich von selbst dieTendenz, die zwischenliegenden Lande: das Herzogtum Lothringen,die Grafschaft Champagne und das Elsaß zu erstreben.
Der Friede von Arras (1435) hatte die Burgunder, die jüngereLinie der Valois, von den langjährigen Kämpfen an der Spitze dereinen französischen Adelspartei freigemacht. Burgund hörte auf,eine Partei im Lande zu sein, es ward eine auswärtige Macht,gegen die sich der französische König wenden mußte, war doch derBurgunder in Paris populärer, in Nordostfrankreich mächtigerals der König selbst. Aus dem Agnaten des französischen Königs-
^ Aber diese!» grausamen Landvogt, die übelste Figur der elsiissischenGeschichte, schreibt Hansi (Waltz) in seinem glänzend ausgestatteten BucheI^Hiztniie 6^l5»ce r»cc>ntse nux petitz ent^ntz (Paris 1915): „An>fangs war dieser üble Herr Diener oder Hausmeister am Hofe des Herzogsvon Burgund gewesen. Er war rothaarig, von badischer oder bayrischerHerkunft — man hat das niemals sicher gewußt — und ein ausgedienterHöfling." Der Verfasser wird die Landsmannschaft mit diesem Scheusalnicht ablehnen können, denn er gehörte dem oberelsässischen Adelsgeschlechtevon Hagenbach (bei Altkirch) an. Ich berufe mich da vor allem auf denElsasser-Franzosen Nerlinger, danach war er der Sohn Antons vonHagenbach, Herrn von Velmont bei Lisle-sur-le>Doubs in der FrancheComte und der Catherine de Velmont, Witwe des Jean de Montjusiin;wie seine Mutter war auch seine Gattin — eine Französin (Nerlinger inH,nna!ez cle I'Nzt, ?, 513, Anm. 1). Am auch einen zuverlässigen Autoraus jüngster Zeit anzuführen, Nudolf Wackernagel, Geschichte der StadtBasel, 2, 1, 55 sagt: „Hagenbach war geborener Sundgauer."— „Nachdem Vreisgau kam das Geschlecht erst im 15. Jahrhundert im Diensie derHerzöge von Burgund und von Österreich," Kindler v. Knoblo ch. Ober»badisches Geschlechterbuch, 1,519. Hansis Buch zeichnet sich in der Nevanche»literatur durch eine ausgesucht niedrige Gesinnung aus. Im übrigen hatjedes Volk und jeder Stamm Verbrechernaturen erzeugt.
2ch»lte, Frankreich und das linle Rheimifer 8
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