verschafft, um den Vankbruch.der Reichspolitik, den er nicht ver-schuldet hatte, zu verschleiern und ihn möglichst abzuschwächen. Erzwang so Philipp dem Schönen Zugeständnisse ab. Die von Frank-reich besetzte Freigrafschaft Burgund blieb wenigstens Neichslehen,wenn auch in kapetingischen Künden. Die verabredete Ehe zwischendem ältesten Sohne Albrechts, Nudolf, und der Schwester des fran-zösischen Königs, Vlanka, sollte so stattfinden, daß die österreichischenHerzogtümer fortan jenem allein zufallen sollten, was die Wille-briefe der Kurfürsten voraussetzte; das Wittum der Kapetingerin,sehr reichlich bemessen, sollte die westlichen Lande des Habsburgi-schen Sausgutes umfassen und ihr huldigen. Ein ewiger Friedens-und Freundschaftsbund zwischen Deutschland und Frankreich wurdeabgeschlossen.
Eine persönliche Begegnung der beiden Herrscher bei demBauernhöfe Quatrevaux (bei Vaucouleurs) an der Grenze derNeiche folgte, und da mußte auch die äußerst schwierige Frage derNeichsgrenze, die ohne Konzessionen an Frankreich undenkbar war,erledigt werden. Von den Kurfürsten, die der Zusammenkunft bei-wohnen sollten, weigerten sich die rheinischen geistlichen Herren,jene Willebriefe zu geben, und sprachen sich gegen die Absicht desKönigs aus, seinen Sohn bei seinen Lebzeiten zum Nachfolger wählenzu lassen; ihre interessierte Politik wollte jede Tendenz zur Bildungeiner deutschen Königsdynastie niederhalten, sie hatten es auch leicht,weit vom Schuß, gegen jede Änderung der Neichsgrenze sich zusetzen. Kundgebungen der Kurfürsten und des Königs wendetensich an die weite Öffentlichkeit. In der Hauptsache wurden diefranzösischen Ansprüche auf das linke Maasufer anerkannt, dochblieben immer noch Neste dem Neiche erhalten. Die Maas warvon der Kaufmannstadt NeufchZteau bis Verdun, abgesehen voneinzelnen Vorsprüngen, bald die tatsächliche Grenze — die Einzel-heiten sind zu übergehend Dadurch gerieten Gebiete namentlichder Grafen von Bar und der Kirche von Toul unter französischeStaatshoheit.
Albrecht hatte nicht mehr nachgegeben, als unvermeidlich war,er war nicht der eigentlich Besiegtes Doch dieses zum ersten Male
> Karten bei Kern, Ausdehnungspolitik (vgl. Text 321), und beiv. Vorries, Me geschichtliche Entwicklung der deutschen Westgrenze zwischenden Ardennen und dem Schweizer Jura in Petermanns Geogr. Mit-teilungen 1915, Nov.- und Dez.-Keft.
' Kern a. a. O. 211.
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