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Frankreich und das linke Rheinufer
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öffentlich kundgegebene Zurückweichen des Reiches hatte ihm viele' Tadler zugezogen und regte in Frankreich zu kühnen Hoffnungen an.

Das Wittum Vlankas hätte vorübergehend für die Zeit ihresWitwenstandes eine Kapetingerin zur Herrin im Elsasse gemacht,sie hätte also bis an den Rhein geboten, doch starb sie kinderlos schon1305, zwei Jahre vor ihrem Gemahle. Aus derWittumsfestsetzungist die Legende entwickelt worden, Albrecht habe die Grenze Frank-reichs bis zum linken Rheinufer ausgedehnt. In Frankreich redendavon Wilhelm von Nangis er sagt aber vorsichtig äicitnr^,auch Pierre Dubois, der übrigens durchaus kein Kenner von Staats-geheimnissen war,2 meint solches zu wissen, und in Deutschlanderzählt ein niederrheinisches Chronikbruchstück davon,daß diebeiden Könige so das Imperium zwischen sich teilten und ihren Erbenzu Erbrecht so hinterließen, daß der König von Frankreich ganzTeutschland (Qelin2.MÄin) auf der einen Rheinseite mit all seinenStädten Trier, Mainz und Köln und anderen auf ewig erblich be-säße, ebenso der deutsche (Llieutonie) König Albrecht das ganzeGebiet auf der andern Nheinseite nach Sachsen hin mit seinenErben nicht als Kaiser der Römer (KoniÄnoi-nin^uMLtnZ), sondernals König von Deutschland (^.leinminie) erblich besitze.'

Doch die gründlichsten Nachforschungen Kerns lieferten dafürkeine Aktenunterlage und die Handlungen des Königs beweisen dasGegenteil, wie ja schon die Setzung einer Grenzmarke bei Vau-couleurs in Gegenwart der beiden Könige und vielleicht eine weitereGrenzbezeichnung die Unwahrheit des Geredes erweist, ganz davonzu schweigen, daß eine solche Abtretung ohne die Zustimmung derKurfürsten nicht erfolgen konnte und die Politik beider Parteienfortan nie auf sie zurückgriff.*

Den französischen Ansprüchen, die in den Tagen des fran-zösischen Papstes Martin IV. l281 auf nichts weniger als auf ein

1 Nun, Qei-M, 38, 26, 695.

^ Vgl. darüber: Zeck, Der Publizist Pierre Dubois, 1911.

' Nachrichten d. komgl. Gesellsch. d. Wissenschaften zu Güttingen.Philol..hist. Klasse 1894, 383 f.

< Flach, I^es afKniies, S. 62, hält die Sache für wahr, Langlois inI.2vi55e, Hiswire äe Trance, 3, 2, 219, hält an einer entfernten Möglichkeitder Nichtigkeit fest, ebenfo Vabelon 2, 187 f. Aimond, I.e5 relation» äela Trance et äu Veräunoiz äe 1270 K 1552 (191N), sieht in der Sache nurÜbertreibungen: le« iina^inationz 5'exÄlterent, Sorel, I^'Nui-ope et 1^,revolution fran^ise, 8. Aufl., 1, 251, bezeichnet den Vertrag als apokryph.Nach Llimond und Kern sollte endlich die Erzählung verschwinden.

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