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bekannt, die französische Dichtung war manchem vertraut. Dasgab der fremden Sprache große Vorteile. Dazu kam, daß dieKanzleien mancher an der Sprachgrenze wohnender Fürsten undGrafen sich der französischen Sprache bedienten. So verwandtendie Grafen von Luxemburg entweder die lateinische oder die fran-zösische Sprache, und mit Kaiser Heinrich VII, wurde daher diefranzösische Sprache die bevorzugte Hofsprache; die Rechnungend.'s königlichen Haushaltes und Schatzes und andere Aufzeich-nungen der Hofbeamten wurden in ihr abgefaßt; aber in Urkundendes Königs wurde sie doch nur selten und eigentlich nur, wenn die-selben sein Stammland betrafen, angewandt. ^ Ähnlich liegt esill den dnrch die Sprachgrenze durchschnittenen Territorien in Flan-dern, Hennegau, Vrabant, Lüttich, Metz und Lothringen. Ja ver-einzelt ging dieser Brauch darüber hinaus. Aber im Elsaß ist dasz.V. uicht der Fall. Im übrigen lag darin ein großer, tief greifenderVorteil für die Franzosen, für die Französierung deutscher Land-schaften und namentlich der oberen Schichten. Doch muß man imAuge haben, daß die Verwendung dieser Sprache an sich noch nichteine Abkehr von dem Neiche bedeutete. Man war noch lange auchin rein französisch sprechenden Gebieten politisch antifranzösisch.
Daß in Trier drei französisch redende Neichsangehörige zuErzbisch öfen gewählt wurden, ist in diesem sprachlich gemischtenSprengel nicht verwunderlich: der berühmte Albero von Montreuilwar von dem Könige vor der Wahl als ihm genehm bezeichnetworden,^ bei Hillin (von Fallemannien Diöz. Lüttich) ist die könig-liche Zustimmung vor der Wahl nicht bezeugt, er war aber einVertrauensmann des Königs, Arnold (von Walcourt s?) Diöz.Lüttich), Propst von St. Andreas in Köln, aber wurde auf An-raten Kaiser Friedrichs I, gewählt. Vabelon stellt diese drei alsFriedensmänner dem Kyrieleison der deutschredenden Erzbischöfegegenüber, deren Antaten (lockitureL) nur noch von den Laienüberboten wurden. Albero ein Friedensmann! Zum Verlästernist Vabelon jeder Anlaß rechts Und das trinkfrohe Trier sah auchtrinkfeste Nomanen beim deutschen Wirtes Er, der deutsch an-gerufen wird, bekundet uns den deutschen Charakter der Stadt.
i Vreßlau, Handbuch der Urtundenlehre 2", 384.
- Klon, Celm, 38, 8, 248.
2 Vabelon a. a. O. 2, 180.
' <Iai'min^ Lurana, 2. Aufl. S. 242.
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