erbauten sich als eine glänzende Residenz Kaiserslautern, auf deinTrifcls bargen sie die Kleinodien des Reiches wie die wichtigstenGefangenen (den König Richard Löwenherz und die aufständischensizilischen Großen) und den aus Sizilien herbeigebrachten Goldschatz,von der Pfalz ging eines der größten Reichsdienstmannengeschlechteraus: die Volanden, wie Markward von Annweiler/ In demgoldenen Mainz aber saß der Primas der deutschen Kirche, dessenMetropolitanbezirk von den Alpen Graubündens bis Verden ging,der Reichskanzler und Leiter des Kurkollegiums war. Eine Kettevon Neichsbesitzungen führte nach Aachen, der Krönungsstadt, hin-über. Die Königswahlen fanden meist auf dem rechten Rheinuferstatt/ aber in der Nähe des Rheines. In Trier und Köln diebeiden andern geistlichen Kurfürsten des Reiches! Weiter amStrome abwärts der Reichswald und die Pfalz von Nymwegen.Soll ich all die Hof- und Reichstage aufzählen, die auf dem linkenNheinufer stattfanden? Soll ich die Beziehungen der Klöster zumReiche feststellen?
«Die Arbeit käme mir verloren vor, und sie ist es; denn wernicht sehen will, wird die Augen verschließen, und für einen wirk-lich neutralen Leser genügt das Gesagte, um zu zeigen, daß dieseLande ebenso tief mit Teutschland verbunden waren wie Reims,Laon und Soissons mit Frankreich, und daß das Streben Frank-reichs nach Erwerb des linken Nheinufers auf Gebiete deutschenVoWtums gerichtet ist, die die deutsche Geschichte im Mittelalterin erster Linie getragen haben und auch in der Neuzeit sehr wesent-liche Glieder der deutschen Volksgeschichte gewesen sind.
Eine genaue Untersuchung würde auch für diese Lande denBeweis erbringen, daß eine Landschaft in ihrer Blütezeit immerTalente von außen anzieht und ausbildet. Tie beiden größten Erz-bischöfe von Köln: Anno und Rainald von Dassel, waren keineRheinländer.
Nur einen Punkt muß ich berühren, die Bedeutung der fran-zösischen Sprache für die höheren Kreise. Die Kenntnis der fran-zösischen Sprache war im Mittelalter in Teutschland sicher nichtwenig verbreitet. Wer sich zum Studium der Theologie lange inParis aufgehalten hatte, konnte gewiß die Sprache handhaben;in den Kreisen der Ritter, die vielfach Solddienste taten, war sie
' Kämpe, Die Pfälzer Lande in der Stauferzeit, Kisior. ZeitschriftNS, 31—63.
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