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Grandidier zu nennen, dessen guter Name durch erst jetzt erkannteFälschungen schwer entstellt ist. Professor Koch war ein angesehenerStaatsrechtslehrer. Bedeutende Philologen waren SchweighäuserundVrunck, beide von Deutschlaud stark beeinflußt. Die Professoren-schaft lebte als altelsässische fort, und die beiden halbentwickeltenUniversitäten wirkten fast wie bis 1914 Lausanne. Deutsche undandere ausländische Studenten kamen über den Rhein dorthin,um die französische Sprache, die der feineren Gesellschaft unentbehr-lich schien, kennen zu lernen, und man kam-doch nicht in das eigent-liche Frankreich. Die blühenden Vuchdruckereien verschwanden, ihreglänzenden Zeiten im Elsaß waren vorüber. Die stolze deutscheReichsstadt war auf dem Wege, eine französische Provinzialstadtzu werden, bis die deutschen Waffen sie 1870 erlösten. Die Leiterder Provinzialverwaltung, die Intendanten, waren samt undsonders Franzosen.
Die Blütezeit des Elsasses beruhte auf seiner innigen Ver-bindung mit den übrigen deutschen Landschaften. Wenn man eswagt zu sagen, daß Straßburg zeitweise die geistige HauptstadtSüdwestdeutschlands war, so muß man sich vor Augen halten, daßdas nur möglich war, weil es Talente anzog, sich verband, befruchteteund von ihnen befruchtet wurde.
„Das Volk sprach in Straßburg romanisch." — „Die rheinischenStädte, nach Bildung und Überlieferung gallo-römisch, sprachenso lange 1e da2 l^tin." — „In den Heimstätten des gewöhnlichenVolkes auf dem Lande sprach man 1e3 ^rzoiiZ rnäe^neg,"!Solche Behauptungen auch nur für das 10. Jahrhundert aufzustellen,ist eine Keckheit, für deren Berechtigung man Beweise bringen muß.Ich kenne das Straßburger Artundenbuch sehr genau, aber für einesolche Tbese kenne ich darin keinerlei Stützpunkte, und ebensowenigsonst. Machen wir für spätere Zeiten eine Probe. Das Register desStmßburger Llrkundenbuches für 1266—1332 führt 343 Familienvon Bürgern mit ihrem Familiennamen auf, sie alle erklären sichglatt sofort bis auf acht als deutsche, und diese acht müßten näheruntersucht werden: Vlamenser, Vumbile, Colin, Faber, Fiminin,Marsilius, Nuses, Tristan, bei den Straßburger Rittern sind unter163 nur 5 zweifelhaft: Colin, Marsilius, Panfilin, Turant, Viviantz.Nun kann ja wohl ein Romane öfter einen deutschen Namen ge-
' Vabelou a. a. O. 2, 140f.
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