-?"p
IN
M
Humor genug, um das Buch massenhaft zu kaufen und zu lesen.Der Franziskaner Johannes Pauli eröffnete die Neihe deutscherSchwankbücher, wie das älteste deutsche Kinderbuch KonradTankrotzheim zu Hagenau zum Verfasser bat. Ein Satiriker warauch der streitlustige und unstiite Franziskaner Thomas Murner,dessen Gedicht vom großen lutherischen Narren mit aller Schärfesich gegen den Reformator wandte. „Es war," sagt Scherer, „diebeste, boshafteste, einschneidendste Satire, die gegen dieNeformationje erschien." i Französischen Vorbildern, einem Nabelais, folgteder entweder zu Straßburg oder zu Mainz geborene JohannesFischart. Vei allen diesen Schriftstellern, am stärksten bei Fischan,ruht alles auf einer tiefen Kenntnis des Volkes und der deutschenSprache, wie sie urwüchsig, voll Kraft und Plastik vom Voltegesprochen wurde. Vei dem Kolmarer Jörg Wickram schlägt dieelsässische Kunst der Beobachtung des Lebens durch, die Satirebei den: aus der Ortenau stammenden, aber in Straßburg erzogenenMoscherosch, der allzeit gegen jede Annahme oder Nachahmungwelschen Wesens ankämpfte, obwohl er Frankreich genau kannte.
Andere Wege wandelte der Humanismus, der im Elsassezwei Seiten bevorzugte: die treue Sorge für eine gute Schule unddie Pflege nationalen Denkens, Die pädagogische Nichtung warvon dem Westfalen Dringenberg nach Schlettstadt getragen worden.Sein größerer Schüler war der Schlettstadter Jakob Wimpfeling,ein uneigennütziger, vielseitiger Mann, der für die Neform in derKirche war, der neuen Bewegung aber entgegentrat und auch sonstin die Zeitläufte vielfach eingriff, er hatte die Anlage zu einemTagesschriftsteller moderner Art. Sein Landsmann VeatusNhenanus, der Freund des Erasmus, der große Philologe, teiltemit ihm die Liebe zur Geschichte und drang in sie auch tiefer ein.Sie stehen an den Pforten der modernen deutschen Geschichts-schreibung. Wimpfeling hatte sich auch gegen die Franzosenfreundein Straßburg gewendet und die Meinung bekämpft, daß Straß-bürg je zu Gallien oder Frankreich gehört habe. Andere SchülerSchlettstadts spielten ebenfalls eine einflußreiche Nolle.
Langsamer setzte sich der Humanismus in Straßburg durck,erst nach dem Einzug der Neformation wurden humanistische Schuleneingerichtet, das Gymnasium des Thomasstiftes erstand 1538,
! Scherer und Loreuz, Geschichte des Elsasses, 3. Auf!., 2. 176.
88