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Frankreich und das linke Rheinufer
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Die Dichtung Otfrieds, des Mönches von Weißenburg, gehörtder karolingischen Zeit an. Die staufische gab dem Clsasse seinen größtenEpiker in dem Meister Gottfried, der sein Werk wahrscheinlich demBurggrafen Dietrich von Straßburg widmete/ und seinen be-deutendsten Lyriker in der Nachtigall von Kagenau, Neinmar demMten, der freilich die meiste Zeit seines Lebens in Österreich ver-brachte. Als dann zwei Straßburger Bürger, Philippes Colin undClaus Wisse, auf Wunsch Ulrichs von Nappoltsiein einen franzö-sischen Parzival ins Teutsche umzudichten unternahmen, waren siegezwungen, sich eines Juden als Dolmetsch zu bedienen. Gottfriedwie Neinmar standen stark unter französischem Einflüsse, wie er im12. und 13. Jahrhundert überhaupt in Wissenschaft und DichtungDeutschland wirksam befruchtete. Die echt französische Übertreibung,mit der ihn L. Neynaud in seinen beiden Werken darstellt/ ist auchvon französischer Seite nicht ohne scharfe Kritik hingenommenworden. ^ Vom 13. Jahrhundert an änderte sich das auch imElsasse.

Mit dem Ende des 15. Jahrhunderts trat eine neue Schar vonbedeutenden Schriftstellern im Elsasse hervor. Die verehrungs-würdigste Gestalt ist der in Schaffhausen geborene, aber von einemclsässischen Vater abstammende, von Kindheit auf im Elsaß lebendeund wirkende Münsterprediger Dr. Johannes Geiler von Kaisers-oerg, der glänzende Anerbieten abwies, um seinem Zuhörerkreisetreu zu bleiben. Mit packenden Worten, die auch den Scherz unddie Satire verwendeten, faßte er die Kerzen derer, die seine Kanzelumdrängten. Satire erwies sich als eine Gabe des Elsässers unddem Elsässer als erwünscht. Der Prediger sprach auch über das„Narrenschiff" des Straßburgers Sebastian Vrant (später Professorin Basel, vorher Syndikus von Straßburg), auf diesem Schiffehatte er sämtliche Narren der Zeit untergebracht — lind wie konntenNarrheiten einer naiven lebenslustigen Zeit fehlen? Man hatte

^ Vgl. Hermann Fischer, Aber Gottfried von Straßburg. Sitzungs-berichte d.bayr. Akademie d.Wissensch. 1916, Phil.u.M.Klasse,5,S.32ff.

^ I^ez ori^inez cle I'Instuence tran^äize en ^Vlleina^ne, l'^ I, und Niztoire^ener^Ie c!e I'Intluence ir^nc^ize en A,Ilem»,Zne 1914.

^ Grillet schreibt in der Kevue liizturicjue N4, 157^ »I! nse 5,I'e^arc!cle I^Ilema^ne et cle 52 culture 6'un cleni^rement s^zlematic^ue,' Lerour.in der Lidlintlieciue cle I'Tcole cle« dkartes 74, 648' „et ze rezzent un peutrc>p , , , 3on c!>.TUvinizme pueril, zon nationalizme p^ssionne," 653' „notreHuteur n'a point sßÄement Kien vu lez cleux facez cle 3c>n zu^et," DieserNeynaud hält die Ottonen für Kelten!

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