Frauenstifte entstand, in dem Bombardement von Straßburg 1870untergegangen. Die Schuld aber, daß nicht wenigstens die wert-vollsten Handschriften der bedeutenden Bibliothek in der „NeuenMrche" an einem feuersicheren Orte geborgen wurden, trifft denfranzösischen Bibliothekar, der sich um die ihm anvertrautenSchätze nicht kümmerte. Feuersichere Keller bot die Stadt in Hülleund Fülle, und das Bombardement war angekündigt worden.Herrad von Landesberg: der Zuname ist falsch, er stützt sich ernst-haft nur auf Grandidier, der aus einem unauffindbaren Hohen-burger Nekrolog zu einem falschen Todestage den Tod: ,,i11u-3trl88iinl>,e docriZLimaeME äouiinÄE HerradiL c!e I^ÄirÜLderz2dd3.t,i332,e" bringt; das sind Prädikate, die sich in einem mittel-alterlichen Nekrologe niemals finden, und Grandidier ist als —Fälscher mehr als einmal entlarvt. Das Kloster Hohenburg wargerade durch Friedrich I. mit Damen aus dem Kloster Berg beiNeuburg an der Donau besetzt worden, und neben ihnen war dieZahl der dem Elsasse entstammenden Damen gering. Der Name„Herrad" ist in den meisten deutschen Landschaften nur Mä'nner-name, häufiger begegnet er als Frauenname im bayrisch-österreichi-schen Gebiete. Im Elsaß sind von sechs Belegstellen vier sicherMannesnamen, die beiden übrigen stehen in überwiegend männlicherUmgebung. So spricht die hohe Wahrscheinlichkeit dafür, daß dieÄbtissin nicht von Landesberg hieß und keine Elsässerin war/
Warum führe ich das aus? Am — wie auch im weiteren —'-,!>. zeigen, daß im Elsasse eine Reihe der berühmtesten Personenaus anderen deutschen Landen stammte, daß die Zuwanderung ausanderen deutschen Gauen eine lebhafte war und die Verbindungnit diesen eine intensive. Der Geburtsort, das elterliche Blutmacht es nicht allein, die Wirkungsstätte, die Umgebung bildet inden Menschen die Keime aus, die sie mitbringen, und macht ausibnen dann erst die volle Persönlichkeit.
Was das Elsaß in der mittelalterlichen Philosophie und Theo-logie bedeutet, hat viele Forscher beschäftigt. An der Spitze jenersteht der Marbacher Augustiner Manegold von Lautenbach, dertrotz seines kirchlichen Konservatismus doch — fast zuerst — dieLehre von der Volkssouveränität vertrat. Das 13. Jahrhundert
^ Vgl. Wagner, Untersuchungen über die Standesverhältnisse elsässi-scher Klöster (Bonner Dissertation), Beiträge zur Landes- und Voltestundcvon Elsaß-Lothringen, Heft 41, 6? f. und 78—80.
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