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Frankreich und das linke Rheinufer
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gebracht. Es war das Land reif, einem Feinde zuzufallen, der dasäivicle et irupera, rücksichtslos anwandte.

Tiefe Gefahr wurde noch wesentlich dadurch erhöht, daß dasElsaß durch den Verlauf der Reformation und Gegenreformationein konfessionell tief zerklüftetes Land wurde. Das größte Terri-torium (Österreich) und die sich fortan vielfach an die Habsburgeroder die Lothringer anlehnenden geistlichen Territorien blieben wiedie meisten Reichsstädte katholisch, Hanau-Lichtenberg und diegeistige Kapitale des Landes, Straßburg, waren die Führer der Pro»testanten. Zwischen beiden Gruppen bestand Mißtrauen, oft Feind»schaft. Frankreich hatte den Vorteil einer einzigen Konfession nachschweren Kämpfen errungen, er blieb dem Deutschen Reiche versagt.

Wirtschaftlich ging es dem Lande glänzend, darüber dürfenZunftunruhen, der „Bundschuh" und der Vauernkrieg nicht täuschen.Der Segen des Ackers auf den Lößterrassen hob die Ortschaftenzu hoher Vlüte — die zahlreichen alten Pfarrkirchen beweisen esuns noch heute. In den Städten hatten die Handwerker einengoldenen Voden. Straßburg war der Mittelpunkt eines der reichstendeutschen Wirtschafts kreise links und rechts des Rheines. Vonseinen Handelsbeziehungen macht man sich oft falsche Vorstellungen.Im Fernhandel stand Straßburg weit hinter Städten wie Konstanzund Navensburg zurück, es spielte in Venedig und Genua, in Vrüggeund Antwerpen keine erhebliche Rolle, wenn auch der Weg nachSpanien nicht ganz unbekannt war, ja schon früh ein Straßburgerin Portugal begegnet. Für den Besuch der Messen der Champagnehaben wir nur ein Zeugnis/ weit mehr für den der von Lyon. Amregsten war der Besuch der Frankfurter Messen, wie ich aus un»gedruckten Archivalien feststellen kann, und vor allem der vonKöln, dem Sitze des rheinischen Weinhandels. Große Geschäfts-häuser sind nur aus dem 16. Jahrhundert bekannt, die Prechterund Ingold, die an Antwerpen und namentlich in Lyon, an den beideninternationalen Börsenplätzen, sich auch an großen Finanzgeschäftenbeteiligten.^ Die Straßburger Messe hatte eine gewisse Bedeutung,zu ihr kamen auch Franzosen. °

' Schulte, Geschichte des mittelalterlichen Handels und Verkehrszwischen Westdeutschland und Italien, 1, 664 f. und 163.

^ Ehrenberg, Das Zeitalter der Fugger, 1, 245.

" Vgl. neuerdings Stenzel, Nie Politik der Stadt Straßburg amAusgang der Mittelalters in ihren Hauptzügen dargestellt (Beiträge zurLandes- und Volkeskunde von Elsaß-Lothringen, Heft 49, 1915), S. 2—6.

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