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Ja, hätten die Kurfürsten Rudolf von Habsburg als den An-fang einer neuen Dynastie bettachtet oder hätte sein trefflicher SolmKönig Albrecht I. seinen Plan durchführen können, Deutschland ineine Erbmonarchie zu verwandeln, so hätte sich im Elsasse die Ein-heit der staatlichen Verwaltung wohl durchgesetzt und das Landwäre in den Besitz einer wirkungsvollen militärischen Gewalt ge-langt. Es wäre dann auch die ganze deutsche Schweiz bis zumSt. Gotthard beim Deutschen Neiche geblieben, die Eidgenossen-schaft wäre nicht entstanden. So aber entwickelte sich scharf undschärfer der Gegensatz zwischen Kaiser und Neich, zwischen demin seiner Macht immer weiter zurückweichenden Haupt und denzahllosen Gliedern, die ihre eigenen Interessen denen der Gesamt-heit vorzogen, die mehr auf ihre „Libertiit" bedacht waren als aufdas Wohl des Neiches.
So blieb das Elsaß eine der am meisten zersplitterten deutschenLandschaften. Das rief das Bedürfnis hervor, für den Friedendurch Bündnisse zu sorgen, die Landfriedensbündnisse spielen in derelsässischen Geschichte eine große Nolle. Es gab auch gesamt-elsäfstsche Landtage, die von Österreich geleitet und berufen wurden.Dieses einigende Band war aber zu schwach, zu selten trat ein Land-tag zusammen, Exekutivgewalt besaß er nicht und band nur die-jenigen Landstände, die unterschrieben hatten. Er befaßte sich vor-wiegend mit der Landesverteidigung.^ In friedlichen Zeiten reichtedas aus, man darf sich durch die Fehden, die jede Chronik anmerkt^nicht darüber täuschen lassen, daß das Land im allgemeinen Friedengenoß. Doch ganz anders war es, seitdem eine fremde Macht, erstdie burgundische, dann die französische, in des Landes Geschicke ein-griff. Leidlich war man geschützt, solange die von Bürgern ver-,teidigten Stadtmauern für den Feind uneinnehmbar waren. Be-denklicher wurde es mit der Verbesserung der Artillerie, sehrbedenklich und militärisch unhaltbar wurde die Lage, als die stehendenHeere aufkamen. Da waren die Fürsten und Städte nicht mächtiggenug, für sich dauernd Truppen zu halten, jeder verließ sich auf denandern, und der oberrheinische Kreis, der von Kassel bis Epinalging, hat es nie zn einer brauchbaren militärischen Organisation
! Overmann, Die Abtretung des Elsaß an Frankreich im West-fälischen Frieden, Sonderabdruck aus Zeitschrift f. d. Gesch. d. Oberrheins,N. F. 19 und 20 (1905), S. 9—12.
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