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Frankreich und das linke Rheinufer
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Herren stellten, gehören nur 9 dem Elsasse und nicht ein einzigereiner französisch redenden Familie an? Die damaligen Elsässerwahrten also sehr scharf ihre Sprache, nach allen Seiten war derNekrutierungsbezirk weit bemessen — bis Tirol und bis zumHunsrück —, nur an den Vogesen machte er Kalt. Eine wunder-bare Illustration zu dem angeblichen Gemeingefühl mit Welsch-lothringen und Frankreich! Als 1583 der große Kapitelstreit aus-brach, war unter den 24 Kapitularen überhaupt kein Elsiisser mehr,l7 waren Norddeutsches

Jenes Aussterben der eingeborenen elsässischen Grafen undFreiherrengeschlechter hatte die weitere Folge, daß die ihnen ge-hörigen reichsunmittelbaren Herrschaften an außerhalb des Landeswohnende Geschlechter sielen, die nicht ihren Sitz im Lande wählten,sondern nur zeitweilig dort erschienen, so kamen die HerrschaftenKorburg an die Württemberger, Lichtenberg an die Hanauer(später Hessen).

Daraus ergibt sich dann, daß das Elsaß, trotzdem seine Karteso bunt war, ebenso arm ist an Residenzstädten und an Schlösser»aus den Zeiten der großen Schloßbauten, eine wirkliche Residenzwar nur Zabern, zeitweise Nappoltsweiler, Vuchsweiler war mehrVehördensitz, Ensisheim ausschließlich. Das landschaftliche Bildweicht gerade in diesem Punkte vom gegenüberliegenden Baden ab:es fehlen die großen Parke und die fürstlichen Palais mit ihrenNitter- und Vehördenhäusern. Aber auch der großen Herren-bürgen kennt das Elsaß wenige; dafür in Ottmarsheim eine Pfalz-kapelle, die das Vorbild des Aachener Domes nachahmt.

Das Elsaß war weiter sehr stark mit dem Deutschen Reichedurch das Neichsgut verbunden, das bis zum Ausgang der Stauferimmer noch wuchs. In der Karolingerzeit war es sehr erheblich,und einzelne Stücke wie die Pfalzen gehen bis auf die Merowinger-tage zurück. ^ Aber die Herrscher waren im irdischen Sinne sorglos,sie gaben Kirchen und Klöstern reichlich dahin, manches wurde alsLehen schließlich tatsächlich entfremdet. Mit dem noch vorhandenenNeichsgute verbanden die Staufer ihre recht bedeutenden elsässischen

l Schulte, Der Adel und die deutsche Kirche im Mittelalter (1910),S. 28—31 und 331—334.

' Schulte a. a. O. 31.

' Vgl. Eggers, Der königliche Grundbesitz im 1V. und beginnenden11. Jahrhundert (Ieumer, Quellen und Studien, Band 3) S. 20 f. und a> a. St.

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