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Die allerwirksamste Gegendemonstration gegen diesen fran-zösischen Gebrauch der Karlslegende und -Überlieferung war die Ein-setzung des erwählten deutschen Königs auf den Kochsitz der Emporedes von Karl dem Großen erbauten Münsters zu Aachen, wo erselbst zur letzten Ruhe beigesetzt worden war. Ottos I. Wahl wurdenach stattgehabter Vorwahl nach Aachen anberaumt, die Rück-sicht auf Lothringen war maßgebend. Den Lothringern wollte manihren Anteil an der Wahl nicht verkürzen, vielmehr wurde ihremuntergegangenen Reiche damit eine hohe Ehre erwiesen, daß dieWahl des Gesamtstaates auf lothringischen Voden verlegt wurde.Die Krönung zu Aachen wurde möglichst feierlich gestaltet, HerzogGiselbert von Lothringen hatte die Leitung des Krönungsmahles.Der zum König erwählte Sachse hatte fränkische Tracht angelegt,und seitdem galt es als Regel, daß die Königswahl den Stamm-fremden zum Franken mache. Ein Franke — ob auch sächsischenoder schwäbischen Blutes — gewann an der geheiligten Stellekarolingischer Überlieferung die Krone und nannte sich fortan geradewie der französische König: rex I^licoruln, An der Gruft Karlsdes Großen erstand nun öffentlich die Vereinigung der beiden Neichezu der Einheit des Deutschen Reiches.
So blieb es; wenn auch lange nicht alle Königswahlen dortstattfanden, so war und blieb Aachen der Ort, wo die Krönung statt-zufinden hatte, und erst wenn der Gewählte, auf dem MarmorstuhleKarls des Großen sitzend, die Huldigung der Fürsten und desVolkes empfangen hatte, galt der Nechtsübergang als vollendet.
IlrdL ^,^uen3i8, urd3 reZÄ,1i8, re^ni 8eäe3 princip^liZ wareine Wahrheit geworden, und Aachen war eine Stadt des altenLotharingiens. Dort sammelte sich der Schatz der Insignien undder Reliquien des Reiches.
König Ludwig XI, von Frankreich, der eine ganz besondersstarke Vorliebe für Reliquien hatte, sandte nach Aachen ein Neli-quiar, das die rechte Hand des heiligen Kaiserbekenners umschließensollte, und gleich seinen Nachfolgern einen goldgestickten Teppich,vielleicht das Tuch, das die Leichenbahre seines Vorgängers gedeckthatte. Wenigstens ward das später Brauch, so zuletzt 1775 nachdem Tode Ludwigs XV. Die französischen Könige huldigten den»großen Vorgänger, wie das Aachener Domkapitel in Anerkennungdessen, daß das französische wie das deutsche Reich aus der Mon-archie Karls des Großen hervorgegangen waren, zum deutschen
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