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Frankreich und das linke Rheinufer
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«Das französische Königtum hielt an der innigen Förderungder Karlsidee fest, und bald kamen die Zeiten, wo Karl von Anjou,der Bruder des französischen Königs, die Hoffnung der Stauferund damit jeden Gedanken eines staufischen Weltimperiums ver-nichten konnte. Mit Konradin gingen die Zeit und die Gedanken-welt der Staufer unter.

Die Kapetinger haben zunächst so wenig wie die deutschenc Herrscher einem Sohne den Namen Karls beigelegt; aber man warstolz auf die Abstammung, und als Philipp August durch seineMutter karolingisches Blut in das Haus brachte, ließ sich der Hofdas durch die Kurie bezeugend Von ihm an war im Königshauseder Gedarlke der tarolingischen Erbschaft stärker geworden.

Den französischen Ansprüchen auf das linke Nheinufer nützteauch die antiquarische Neigung mancher Gelehrten, selbst deutscher,die den untergegangenen Begriff Gallia auf das linksrheinische Ge-biet anwandten. Man findet sogar die Meinung, der Trierer Erz-bischof sei zur Königswahl nurkraft alten Herkommens berechtigt,obwohl er nicht zu Deutschland gehöre", und wie unvorsichtig warder Titel desselben Würdenträgers: arcnicÄncelialiuZ per 6a1-Iiam.2 So entstanden bedenkliche Unklarheiten. Das uralte, an derKurie gebrauchte Provinciale führte den H,rcIiiepiLcorMu3 Iviiz-äunenLiZ unter Francia auf (was für seine Snffragane richtig war)und mit Rücksicht auf den Metropoliten umgekehrt auch das Bis-tum Cambrai. Aus ersterem Fehler zogen französische Juristensofort Konsequenzen.^ Die Meinung von Kern: In den offiziellenVistumskatalogen zählten die linksrheinischen Kirchen sämtlich zudengallikanischen Provinzen und Städten", ist aber irrig.^ ImProvinciale wie dem seiner Einteilung folgenden I<iber cenLnunider römischen Kirche stehen die reichsdeutschen Bistümer mit jenenzwei Ausnahmen vielmehr richtig unter Allemania und Vurgundia.°

' Kern a. a. O. 23. Viollet, I^istoire 6e5 Inztiniliunz politiyue«6e I» ri-ance 2, 31. Zuerst gab der Kapetinger Philipp I, (10601108)einem Sohne den Namen Karl.

^ Aber die Verwendung des Wortes Gallia fiir das linke Nheinufervgl. Kern, Anfänge, S. 19 f. Waitz, Deutsche Verfassungsgesch. 5', 170.

^ Kern, ^,ct2 imperii. .^nzliae et ?>2nclae ad a, 1267 ncl :>, 1313(1911), S. 203.

" Kern, Die Anfänge der französischen Ausdchnungspolitit, S. 19.

^ IHer cenzuum ecl. ?uvre (LidIiotK«i>,ie clez ^coles äe I^ome el6'^tKene5), Tangl, Die päpstlichen Kanzleio-rdnungen von 12001500,S. 1214. Erler,DerIidei-cance!I»nae»pu3tc>IicaevomJahre 138N,S.2Nff.

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