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den Augen des Höchsten die Schuld an so vielen Morden tragen."Luchaire erzählt die Dinge richtig, Vabelon macht daraus einefertige Proklamation des Königs, beide übergehen die Einzelheitender Mahnungen Wazos, Vabelon nennt den Bischof überhauptnichts
Die stille Feindschaft des französischen Königs wurde 1056eine offene, nach Lamberts von Sersfeld zweifelhaftem Zeugnissewar der Grund das Festhalten an den Ansprüchen auf LothringensDoch kam es nicht zum Kriege.
In der Geschichte bedeutet oft mehr, was man meint, als wasist. Für Frankreich war die „Meinung" ebenso günstig wie die ge-lehrte Überlieferung. Das Saus der Karolinger war am längstenin. Frankreich auf dem Throne geblieben, die Ansprüche auf dieErbschaft im Gesamtreiche, das einst dem großen Karl unter-standen hatte, konnten am allerwenigsten auf ihre Todfeinde über-sehen. Aber das Erbrecht wanderte doch zu dem Usurpator hin-^, weil sich das Erbrecht des fränkischen und französischen Staatesnnschob.
Alle Verträge, alle Wirklichkeiten töten eine Idee nicht, siea>> >ert sich im stillen, sie wächst, und zu gelegener Stunde wird sie>!« Macht, zumal wenn sie eine religiöse Färbung gewonnen oderdoch die Weihe der Dichtung für sich hat.
Aus der großen Vergangenheit stand den schriftstellerndenGeistlichen und den dichtenden Sängern die ehrwürdige GestaltKarls des Großen vor der Seele. Der Napoleonkultus ist unver-gänglich, wie viel mehr der des Großen, der als der größte christ-liche Laie einer religiösen Zeit auch starke religiöse Eindrücke-her-vorrief.
Für die Franzosen war Karl am stärksten mit St. Denis ver-bunden. Das war für sie sein eigentlicher Sitz, nicht so sehr Aachen,das in den französischen Dichtungen weit dahinter zurücktritt.^ ImNolandslied ist Frankreich, wie es sein sollte, oft mit dem NeicheKarls des Großen gleichgesetzt. I>e couronnenienr äe Ivoui.8 (um1124 entstanden) singt von der Suprematie Frankreichs:
1 I^ucKaire bei I.g,vi58e, Itiztoire 6e Trance 2, 2, 166. Vabe-lon a. a. O.2, 163.
2 I^mperti opei-2 ecl. I^oläerN^^er (3cript. rer, Qerrn.) 69, Anm. 1.' Leonardo Olschki, Der ideale Mittelpunkt Frankreichs im Mittel-alter (1913), S. 27 ff., 31 f., 52-65.
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