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manischen Bevölkerung, die an der Meeresküste auch noch weitdarüber hinausging, wurde dem Westreiche zugeteilt. Der Lauf derWeltgeschichte wurde dadurch tief beeinflußt. Ebensowenig griffman auf die Grenzen des alten Austrasiens zurück.
Der Grenzzug folgt auch nicht einer strengen Scheidung nachFlußgebieten. Das Scheldegebiet wurde wesentlich durch denFlußlauf halbiert. Tann folgt die Grenze im allgemeinen derWasser-scheide zwischen Seine und Sambre-Maas. Das Maas»gebiet greift nur wenig ins Westreich hinüber. Der Lauf der Aisnedurchschneidet in seinem obersten Teil die Landschaft Tormois, derOberlauf der Orne gehört zum Reiche Lothars, so daß dessen An»teil an dem Flußgebiet der Seine größer ist als der des Wesireichesan dem der Maas. Das Gebiet des Rheines (und das der Mosel)ist völlig dem Westreiche entzogen. Der Grenzzug bot in demArgonnenwalde eine starke natürliche Grenze dar. Der vorspringendeWinkel von Cambrai bedürfte einer besonderen Hut und einer be-sonderen Beobachtung. Hier waren die Grenzen so gelagert, daßdie über sie hinweggehenden Interessen bald zu höchst verwickeltenRechtsverhältnissen führen mußten.
Man hat oft die widernatürliche Gestalt des Reiches Lothars I.hervorgehoben, das in unnatürlicher Erstreckung von Friesland bisTuscien in seiner Mitte zwischen Basel und Langres eng zusammen-geschnürt war. Man erkennt daraus, wie wenig man geovolitischeGedanken, Streben nach militärisch haltbarer Staatsgestalt bei denVerhandlungen von Koblenz und Verdun voraussetzen darf.
Die Brüder wollten in erster Linie eine Teilung des friedlichenGenusses der königlichen Rechte; da die alten merowingisch-karo-lingischen Pfalzen vor allem zwischen Paris und Frankfurt lagen,so wurde hier durch das Mittelreich bewirkt, daß einerseits die rechts-rheinischen Pfalzen hart an die Grenze kamen, wie andererseitsParis der Ostgrenze des westftänkischen Reiches zu nahe lag. Daswirkt bis heute nach: es ist unverkennbar eine Schwäche der Kon-struktion Deutschlands, daß das Nheinsystem nicht in seiner heutigenMitte liegt, wie für Frankreich, daß das Seinebecken und seinMittelpunkt nicht bei Vourges liegt. Geographie und Geschichterufen einen deutsch-französischen Gegensatz hervor.
Doch der innerste Kern der Lösung von Verdun ist noch immerdamit nicht gewonnen. Die Einteilung ward in hohem Maße durchkirchliche Gesichtspunkte bestimmt. Die Westgrenze Lotharingiens
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