schaften. Dem Neiche gehörte später ein reicher Besitz bei Dieben--Hosen und Eierte Nimmt man die Begünstigung von Echternachund Prüm durch das Königshaus hinzu, so dürfte man hier viel-leicht den Kern der Besitzungen dieses Geschlechtes gewonnen haben,in einer Landschaft, die weit überwiegend deutsch war. Jedenfallshat man an der mittleren Mosel die Heimat des Mannesstammesder Arnulfinger zu suchen, nicht allzu weit von Metz, wo der Ahn-herr des Hauses, der hl. Arnulf, Bischof wurde. Der Besitz inBelgien scheint wenigstens zum Teil auf seine SchwiegertochterVegga zurückzugehen, die Mutter Pippins des Mittleren undTochter des älteren Pippin; Nivelles in Vrabant war eineFamilienstiftung der Pippiniden. Aber schon früh finden sich großeBesitzungen des Hauses im Mosel- und Eifelgebiet, und romanischeNamen sucht man unter seinen Angehörigen lange Zeit vergeb»lich, und auch später herrschen die deutschen Namen bei ihnenbei weitem vor.
Gilt von diesem Geschlechte Austrasiens in seinen älterenGliedern der Satz: „Es braucht heute nicht mehr besonders bemerktzu werden, daß die älteren Karolinger weder Nomanen nochromanisierte Franken waren"/ so war auch Karl sich dessen be»wußt, daß seine Muttc'^'ra^? die deutsche war. Er war wohlsicher des sich bildenden romanischen Dialektes mächtig, und demGönner antiker und christlicher Literatur, diesem eifrigen Fördererder gelehrten Bildung war auch das Lateinische geläufig. Docher war auch der erste unter den Germanen, der seiner Mutterspracheeine Pflege zuteil werden ließ, die sie bereichern und ihre Reich-tümer aufbewahren wollte. Nach seiner „eigenen Sprache" gab erden Monaten eine deutsche Bezeichnung, die Anzahl der Wind--
^ Medenhofen erscheint zuerst 753 als l'Keuäone villa pudlica beimFortsetzer Fredegars, Lcript, rer. IVIerovin^, 2, 183, dann 770 in UrkundeKarlmanns als Mlacium pudlicuin. Mühlbacher, Negesien 2, Nr. 124.Karl der Große weilte dort 772—773 (lange Zeit), 775 (zweimal), 782/3(Winter), 805/6 (Winteraufenthalt). Dort starb seine Gattin Hildegard.Diedenhofen könnte also sehr wohl Heimsitz der Arnulfinger gewesen sein.Doch ist das nur eine Vermutung. Aber den späteren Neichsbesitz umDiedenhofen werde ich mich demnächst im Neuen Archiv fiir ältere deutscheGeschichtskunde äußern. Diedenhofen lag im deutschen Sprachgebiete.
^ Halb edel. Fränkische Studien (Historische Studien von Ebering,Heft 132), Berlin 1915, S. 115. Viele Einzelaufstellungen dieses Vuchessind übrigens unrichtig oder doch so unsichere Vermutungen, daß ich sie mirnicht zu eigen machen kann.
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