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an und gestattete nur die Eintragung von Urkunden, die in fran-zösischer Sprache verfaßt worden waren; selbst mit Privatsiegelbeglaubigte Privaturkundsn wurden davon betroffen.
Nach der Statistik im Statistischen Jahrbuch für Elsaß-Lothringen gaben 1910 als ihre Umgangssprache an:
Gesamtzahl Deutsch Du. F. Französisch
700 938 671425 1077 26 394517 865 481375 1271 31771655 211 481460 1047 146 097
Im Bezirk Anterelsaß„ „ Oberelsaß„ „ Lothringen
1874 014 1634 260 3395 204 262
Das ist das Bild einer Sprachenerklärung, bei der zweifellosnoch viele „Nationalisten" Französisch angegeben haben, die auchder deutschen Sprache mächtig sind; das ergibt ein Verhältnisvon rund 1634 Teutschredenden gegen 204 Französischredende/ Wasist das größere Necht, das der 1634 oder der 204?
Die deutsch-französische Sprachgrenze verfügt also über einsehr ehrwürdiges Alter, es übertrifft das aller Staaten der Erde.
Aber sie hat heute im Zeitalter des Chauvinismus nur wenigewirkliche Freunde. Für den französischen Chauvinisten ist sie eineBeleidigung; denn sie liegt auf altem keltischen, dann romanisiertemBoden, zeigt auf den ersten Blick dem heutigen Franzosen eineNiederlage. Der Feind erreichte zwar nicht die obersten Stufendes Mosel-, Maas- und Scheldegebietes, aber im äußersten Westenstößt das germanische Gebiet doch cm den Fuß der Platte desArtois, die einst halb germanisch war. Der Weg nach England,die Schiffahrt durch den Kanal muß germanische Orte berühren!Für die Franzosen ist die Linie die eines Nückzugs nach verlorenerSchlacht. Zwar 1400 Jahre und mehr sind seitdem vergangen.Doch der Chauvinismus will an die Zeit und ihre Wirkung nichtglauben. Auch dem Alldeutschen erscheint die Sprachgrenze alsdie Linie eines glücklich noch gehemmten Rückzuges, auch er glaubtan Verluste. So weit ein germanischer Personenname von ihm ineinem Ortsnamen aufgefunden wird, betrauert er einen Verlust;die Ortsnamenkarte verlockt ihn viel zu weit, bis Paris, bis zurLoire. Der Germane hatte gesiegt, aber er wich der romanischenSprache und gab sich und seine Sprache auf — ein besiegter Sieger.
l Vgl. Vaumgarten, Statistik der Deutsch- und Französischspreche».den in Elsaß.Lothringen. (Teutsche Erde, 1912, 45-^t9.)
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