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anurn, etum, acum, usw., die keltische Sprachbildung hing an denPersonalnamen das Sachwort an, wie ^nFULw-ännuln, Hlalca-äuruin beweisen; die germanische und keltische Sprache hatten schondamals wie heute dasselbe Wortbildungsgesetz. Ounäari viMrekann also, formal betrachtet, eine keltische wie eine germanischeWortbildung sein, welche beide eine römische Endung benutzen; demeigentlichen Lateiner würde eine solche Wortbildung mißfallenhaben, ihm würde entsprechen: Villare 0unäari, Warum abersollte der Begriff villa, villare nicht ein sehr altes Lehnswort sein?Sahen doch die Germanen innerhalb des römischen Staatsbereichesüberall die großen Gutshöfe der Nömer und Kelten. Villa undvillare war ein Begriff, für den die germanische Zunge kein Worthatte und keines gebraucht hatte, weil es große Wirtschaftshöfe nmSteinbauten im rein germanischen Bereiche noch nicht gab. Diemeisten Weilerorte mögen in der Tat schon in römischer Zeit be-standen haben.
Vehaghel hat mit außerordentlichem Fleiße die Weiler- undWeil-orte Deutschlands zusammengestellt, und da zeigt es sich, daßdiese Namen außerhalb der Limesgrenzen außerordentlich selten sind,sich auch da nur im Schatten römischer Kultur finden, im römischenGebiete sich aber an einzelnen Stellen außerordentlich häufen —z. V. im Elsaß am Fuße der Vogesen enden die Namen fast allerWeinorte auf -Weiler. Die Sache — ein steingebauter Gutshof —war römisch, das Wort aber kann meines Erachtens sehr wohl vonden Germanen übernommen worden sein. Ist aber das Wort villareein Lehnwort, so beweist die Endung nicht mehr das mindeste gegeneinen germanischen Charakter der Siedlung, genauer des Besitzersder Siedlung, es sei denn der Personenname romanischen oderkeltischen Ursprunges. Diese Ansicht hat sich mir aus dem Studiumder Debatte ergeben, die sich zwischen so ernsten Forschern wieVehaghel, Cramer, Schäfer, Witte und Wolfram abspielt.^
i Vgl O .Vehaghel, Die deutschen Weiler - Orte in Wörter undSachen. Vanb 2, 42-79. (S. 44 f.: Die Ablehnung von villare als Lehn»wort, weil es nicht in Glossen sich findet, halte ich für durchaus mchtzwingend.) —Cramer, Die Ortsnamen auf .weiter im Aachener Vez,rt mNömisch-germamsche Studien (1914), 142-170. - Dietrich Schäfer W>edeutsch-französische Sprachgrenze (1912), in Aufsätze, Vortrage, NedeN 2,382 ff. —Witte, Deutsche und Keltoromanen in Lothringen. StrafMrg1891. —Zur Geschichte des Deutschtums im Elsaß. 1890. —Das deutscheSprachgebiet Lothringens und seine Wandelungen (Forschungen zur deutschenLandes, und Volkeskunde. 8. Vand, Heft 6). 1894. - Zur Geschichte des
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