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Frankreich und das linke Rheinufer
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die nur Teile der alten Bevölkerung fitzen ließ, und ist die Grenzeselbst nicht erheblichen Schwankungen ausgesetzt gewesen?

Zur Beantwortung jener Frage haben wir keinerlei direkteZeugnisse, unsere fast einzige Quelle sind die Ortsnamen. Ihre«Deutung ist aber keineswegs einfach. Wenn der meist einen Personen-namen bildende erste Wortteil und die den Ortscharakter bezeichnendeEndung beide deutschen Charakter haben, so ist die Zurechnung desOrtes zu deutscher Siedlung im Augenblicke der Namengebungallgemein angenommen, damit sind die Ortsnamen auf -heim, -um,-inghem und -ingen, von wenigen zweifelhaften Fällen abgesehen,erledigt.

Es hat Forscher gegeben, die aus jedem germanischen Personen-namen, auch wenn eine unzweifelhaft romanische Endung ihm an-gehängt ist, den Schluß zogen, der betreffende Ort sei eine ger-manische Ansiedlung. Gemildert ist diese Ansicht schon, wenn manin der Ourtis (^unä^cari Gondrecourt eine Siedlung des ger-manischen Herrn Günther sah, dessen Kolonen Nomanen oderKelten waren und blieben. Aber auch der Personenname kann nochirre führen; es ist nicht zu bezweifeln, daß in der Zeit der Neu-besiedlung auch Nomanen germanische Namen erhielten undtrugen. In jedem einzelnen Falle wird man zweifeln können, undhat das reichlich getan, bei größerer Betrachtung wird man sagenmüssen: es ist unmöglich, alle die bis zur Loire überaus zahlreichenOrtsnamen auf -court, -menil, -ville, die mit germanischen Personen-namen zusammengesetzt sind, auf solche romanische Serren, denenein germanischer Eigenname gegeben worden war, als Orts-gründer oder Herren des Ortes zurückzuführen. Man ist vielmehrmindestens dazu gezwungen, ein starkes Vordringen germanischerund vorwiegend fränkischer Herren bis über Paris hinaus an-zuerkennen, denen stammverwandte Arbeitskräfte nicht folgten.Früher oder später gingen diese Herren in dem älter bodenständigenSprachtume unter, dem Kirche und Bildung günstiger waren.

Bei einer Endung ist es aber strittig, es ist die auf villareWeiler. Geht sie auf ein lateinisches villgre, das als lateinisch ge-fühlt wurde, zurück, oder war dieses ein Lehnwort, das die Ger-manen sehr früh übernahmen, oder gibt es eine deutsche Wurzel,etwa nilon weilen? Ich meine in diesen höchst kontroversenFragen folgende Meinung vertreten zu müssen. Das römische Volkbildete in Gallien seine Ortsnamen durch die Suffixe auf ejuni,

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