Herrschaft der Alemannen war aber damit noch nicht Hegeben, dieAlemannen traten in ein Föderationsverhältnis zu den Nömern,das im allgemeinen Bestand gehabt zu haben scheint. „Erst nachdem Tode des Astius, des gefürchteten Schirmers des Reiches,setzt die Ausbreitung der Alemannen ein, aber jetzt in der um-fassendsten und energischsten Weise." ^
Vei dem Bruche der Nheinlinie 406 gewannen die BurgunderMainz und Worms. Worms ward der Sitz ihrer Könige, derenGeschick im Nibelungenliede festgehalten wurde. Die römischenHerrscher haben den Burgundern das Land auf dem linken Nhein-ufer abgetreten; ob eine Landteilung oder ihre Ansiedlung nachHospitalitiitsrecht erfolgt^ ist aus den schriftlichen Quellen nichtfestzustellen.'
Die Franken zerfallen in die nordwestlichen Salier (zu ihnengehörten die Bataver, Kaninefaten, Cugernen, Chamaven und andereStämme), die südöstlichen Nipuarier (wohl die Vrukterer undChattuarier) und die südlichen Nhein- und Mainfranken. Daspolitisch bedeutendste Volk waren die Salier, die ihre großen Er-folge durch Wechsel von Vertragstreue und Kampf wider dieNömer erzielten. Am 285 kamen sie in die Landschaft Veluwe,in der Mitte des 4. Jahrhunderts gewannen Franken Köln mitseiner festen Nhembrücke, Bonn, Neust Und Tanten. Julian besiegtesie, über er mußte den Saliern Toxandrien (Nordbrabant) lassen,wo fast keine alten Ortsnamen blieben. 428 sind auch die Nipuarierauf dem linken Nheinufer nachweisbar. Es ist zweifelhaft, ob schonvor oder erst nach dem Tode des Mtius (454) die große Aus-dehnung der Franken erfolgte. Der Ansturm der geschlossenenHaufen fand an der jetzt fast völlig verschwundenen Waldzone der»ilvÄ carbonaria und an dem westlichen Teile der von Vavayüber Maastricht nach Köln verlaufenden Straße eine Hemmung,die die alte, übrigens schon vorher mit germanischem Blute starkgemischte Bevölkerung der Wallonen vor der Eindeutschung be-hütete. Dahingegen ward ihr Vordringen an der Meeresküste nichtverhindert. Hier erreichte die Sprachgrenze Voulogne. Die
> Ludwig Schmidt, Allgemeine Geschichte der germanischen Völker(1909), S. 196. In manchen Punkten weicht Wirtz, Franken Und Ala»mannen in den Rheinland:,, bis zum Jahre 496 (Bonner Jahrbücher, Seft 122),von Schmidt ab, aber den Kern berührt der Unterschied nicht.
^ Schmidt, Geschichte d:r deutschen Stämme (l910), 1, 4N1.
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