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wo ein riesiger Strom, der dazu beiderseits mit Inseln und Sumpf-geländen umgeben ist, die Staatsgrenze und zugleich eine Volks-grenze bildet, doch den Äbergang nicht verhindert hat. Geradedie Inseln haben den Übergang der Armee Mackensen über dieuntere Donau erleichtert.
Aber selbst wenn diese Erfahrung nicht vorläge, ist denn derRhein nur für die Kriegszeiten da und nicht vielmehr für dieFriedensjahre? Von Eins oberhalb Chur spiegelt sich bis zurniederländischen Grenze keine Stadt, kein Dorf, ja nicht ein ein-zelnes Haus in seinen Wassern, dessen Bewohner eine andereSprache reden als die deutsche.
Wo aber liegt denn eine natürliche Grenze, die französische unddeutsche Macht natürIch^Hennt?
der Vogesen und das weite Waldgelände zu seinen beiden Seiten.Der militärische Vorteil liegt da auf der französischen Seite, dennauf den sanfteren Westhängen haben sie viele Wege und mehrereStichbahnen bis an den Kamm heranführen können. Von denbreiten Höhen sind die Anmarschwege nicht zu übersehen, es könnenalso Massen unbeobachtet vorgeschoben werden. Auf dem steilendeutschen Abfall ist das alles weit schwieriger. Dazu steht der süd-liche Teil des Gebirges mit den höchsten Erhebungen unter demDrucke der französischen Festung Velfort. Sie sperrt nicht nurim französischen Interesse die weite burgundische Pforte, sie ver-hindert nicht nur eine südliche Amgehung, sondern unterwirft auchdie südlichsten Vogesentäler der französischen Macht.
Diese Nachteile der Kammgrenze haben 1914 dazu geführt,daß sie zunächst von den deutschen Truppen nicht gehalten wurdeund später nur in ihrem nördlichen Teile zurückerobert werdenkonnte. Eine wesentliche Besserung würde die deutsche Grenzlinieerreichen, wenn sie dauernd weiter westlich auf eine andere Kamm-linie vorgeschoben winde. Auch in diesen dann zu Deutschlandkommenden Vogesentälern und auf ihren Bergen fehlt es nicht an-deutschen Erinnerungen, wie eine neuere Studie beweist. ^
Schwieriger ist es, in dem Stufenlande Lothringens eine natür-liche Grenze zu finden. Die zahlreichen Stufen haben, da sie nach
' Kiesel, Petcvshüttln. Ein Friedensziel in den Vogesen (1918).
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