Plutarchs scharfsinnige Bemerkungen. 299
ehe», daß diese Bewegung des lauten iesens, odereine jede andre Art der ieibesbeweguug, nicht un->mittelbar nach einer Ansüllung oder Ermüdlmg vor-genommen werde: denn ein solcher Fehler ist manch«mal für viele unglücklich abgelaufen.
Müßiggang und Faulheit sind zu allen Zeitenals eine reiche Quelle von Krankheiten angeseyenworden; und derjenige, welcher sich durch unthätig-kcit Gesundheit zu verschaffen sucht, gleicht dem,der immer schweigt, und dadurch seine Stimm.' zuverbessern Host. Ueberdieß wird das wahre Zielder Gesundheit, welches die Thätigkeit ist, ganz durchdie Faulheit verfehlt: zu was dient dem seine Ge>sundheit, der nie etwas thut, was ihm, oder seinenFreunden Nutzen schuft?
Einige haben nach dem Abendessen das Spazie«rengehen empfohlen; Andre aber, die sich einbilde-ten, die Bewegung störe die Verdauung, hieltendie Ruhe für zuträglicher. Die vernünftigen Ab-sichten von Beiden können erlangt werden, wenn manzwar dem Körper Ruhe giebt, unsern Geist aber mitausgeräumter Unterhaltung beschäftigt, welche wederdurch allzugenaue Aufmerksamkeit die lebensgeisterermüdet, noch sonst Unannehmlichkeiten von ir-gend einer Art verursacht. Wenn man nämlich z.B. aus der Naturlehre, Geschichte, Dichtkunst, oderandern angenehmen Theilen der Wissenschaften, aller-lei Fragen aufwirst, und sich darüber bespricht, wel-
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