Druckschrift 
Diätetik vorzüglich für Studierende
Seite
273
Einzelbild herunterladen
 

Vom Beischlaf?.

273

und eben daher werden die Teutschen vom Tacitusso sehr gerühmt, daß sie nicht eher, als bis sie zuvölligen Kräften oder einer recht mannlichen Starkegelangt waren, geheirathet hätten.

Allein Mannspersonen von'betrachtlich hohemAlter verlieren durch die iiebespsiege vollends ihr nochübriges Feuer, ihre Munterkeit und ihre Kräfte.

Die Ausschweifung in dieser Art ist im Sommernoch weit nachthejliger, als im Winter, weil in jenerIahrszeit die Verdauung schwächer ist, und folglichdie Erholung nicht so bald wieder zu erfolgen pflegt,und da die Ausdünstung im Sommer reichlicher vonStatten geht, so wird auch jede Unterdrückung der»selben sehr merklich und bald gefühlt.

licbeserceß schwächt den Magen, vermindert dasnatürliche Feuer und hemmt die Ausdünstung; wor-aus sodann Unverdaulichkeit, Blähungen, Herz»klopfen, Nierengrieß, Katarrh' und Gedächtniß«schwäche entstehen.

Außer der Schwäche, welche hierbei der Magenleidet, verdirbt auch diese Ausschweifung die Augen

am

werden, scheint einigermaßen zweifelhaft zu seyn:denn es wäre noch zu untersuchen, ob dieses Laster invorigen Zeiten, da wir noch nicht so viel davon g«schrieben hatten, oder itzt, da wir immer weitläufigeAbbandlungen von Zeit zu Zeit über diesen Gegmlstand bekommen, häufiger bedangen wordm seyn mag.<Frühzeitige Lektüre zur Wolluft reizender Romane, lMvhnfehlbar großen Antheil daran.

Anm. des Uebers,

S